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Muranoglas auf der Biennale Venedig

Redaktionvon Redaktion
4.11.2025

Die aktuelle Ausstellung der Stanze del Vetro zeigt das zweite Kapitel eines Zyklus zur Präsenz von Muranoglas auf der Biennale Venedig von 1932 bis 1942, als die Glasbläsereien mit Künstlern und Designern wie Carlo Scarpa, Flavio Poli oder Dino Martens ihre besten Werke schufen.

Ab 1932 war Muranoglas auf der Biennale in einem speziellen Raum vertreten, der speziell hierfür eingerichtet wurde und der angewandten Kunst offizielle Anerkennung zukommen zu lassen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Große Kreativität und Experimentierfreude bestimmte damals den Umgang mit Materialien und Farben, sowohl durch die Neuinterpretation alter Techniken als auch durch die Entwicklung neuer Verfahren. Wurde anfangs vor allem helles, meist transparentes mundgeblasenes mit undurchsichtigem Glas in intensiven Farben präsemtiert, so gewann ab der Mitte der 1930ger-Jahre schweres Glas mit großer Dicke an Popularität, oft mit Blasen, zarten Farbnuancen oder Blattgoldapplikationen.

Glasschalen aus opakem „a murrine“-Glas, die Oberfläch mit Schleifstein bearbeitet, Carlo Scarpa, Venini S.A., 1940, Sammlung Bischofberger, Männendorf-Zürich; Privatsammlung, Treviso. Foto: Enrico Fiorese

Schaufenster der Besten

Die wiederkehrende Präsenz auf der Biennale bot den Glasbläsereien einen perfekten Anlass, sich stets von Neuem mit ihren besten Produktionen vorzustellen. Dank ihrer Internationalen Bekanntheit wurde die Biennale letztlich auch zu einem privilegierten Schaufenster für eine inspirierende und gewinnbringende Gelegenheit zum Vergleich der besten Glasmanufakturen Muranos. Unter ihnen stach vor allem Venini hervor mit seiner Zusammenarbeit mit Carlo Scarpa, während Barovier Seguso Ferro, später Seguso Vetri d’Arte mit Flavio Poli, der Maler Dino Martens hingegen mit Salviati & C. und Successori Andrea Rioda und später mit Aureliano Toso zusammenarbeitete. Ercole Barovier sind zahlreichen Serien der historischen Glashütte Barovier, die 1936 in Ferro Toso-Barovier und 1939 in Barovier Toso & C umbenannt wurde, zu verdanken.

Zur Ausstellung 1932-1942 Muranoglas und die Biennale von Venedig erscheint ein Katalog herausgegeben von Marino Barovier und Carla Sonego. Er entspringt einer sorgfältigen bibliographischen Recherche und eingehenden dokumentarischen Untersuchung im Historischen Archiv für zeitgenössische Kunst (ASAC) der Biennale sowie in öffentlichen und privaten Archiven. In ihm finden sind historische Fotografien, Zeichnungen ebenso wie dokumentarisches Material, das auf der Biennale ausgestellt war.

Le Stanze del Vetro, Isola San Giorgio Maggiore, bis 23. November 2025
www.lestanzedelvetro.org

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