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Der richtige Werkstoff erschließt ungeahnte Möglichkeiten, wie beim essbaren Hundenapf von Juliane Fink: Dog Bowls To Go, 2020 mit Unterstützung der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachhochschule Hatzendorf Foto: Paul Schütz/Werkstätte für digitale Fotografie, Universität für angewandte Kunst Wien

Der richtige Werkstoff erschließt ungeahnte Möglichkeiten, wie beim essbaren Hundenapf von Juliane Fink: Dog Bowls To Go, 2020 mit Unterstützung der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachhochschule Hatzendorf Foto: Paul Schütz/Werkstätte für digitale Fotografie, Universität für angewandte Kunst Wien

in design

Alles eine Frage des Designs

Christine Müllervon Christine Müller
18.10.2024

„Design“ ist ein Begriff, der sich nicht sofort jedem erschließt und hinter dem sich mehr verbirgt als nur der Hinweis auf den Gestalter, der unsere Mode, unsere Möbel oder unser Auto entworfen hat. Denn ob es um die ergonomische Form einer Türschnalle, um das Aussehen der Armbanduhr, Kaffeemaschine oder des Fahrrads geht, selbst hinter jedem industriellen Produkt wie einer Bohrmaschine steht letztlich auch der gestalterische Entwurf eines kreativen Kopfs.

Davon kann man sich im Wiener MAK nun ein Bild machen. 100 Objekte von 100 Designer:innen in 25 Jahren gestaltet und in 25 Kategorien eingeteilt geben in der Ausstellung „AUT NOW. 100 × Österreichisches Design für das 21. Jahrhundert“einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Überblick.Und die ausgewählten 100 Designobjekte widerspiegeln dabei auch die Vielfalt und Innovationskraft des österreichischen Produktdesigns des neuen Millenniums. 25 thematische Kategorien zu je vier Objekten zeigen eine große Bandbreite von Österreichs Designproduktion. Im Rahmen der Ausstellung begegnet man nicht nur alten Bekannten sondern kann ebenso funktionelle Vorzüge und gestalterische Atouts zeitgenössischer Produkte kennenlernen.

Sebastian Hackerschmidt und Marlies Wirth haben die Design-Parade kuratiert und das Konzept gemeinsam mit Georg Schnitzer und Peter Umgeher, Gründer des Designbüros Vandasye entwickelt. „Im Idealfall steht zeitgenössisches Produktdesign für einen dynamischen und ganzheitlichen Ansatz, der die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft und Umwelt in den Mittelpunkt stellt“, so die Kurator:innen.

In einem luftig nüchternen Regalsystem aus Holz werden die einzelnen Objekte übersichtlich in all ihrer Vielfalt präsentiert. Ausstellungsansicht, 2024
AUT NOW. 100 × Österreichisches Design für das 21. Jahrhundert Foto: MAK Contemporary © kunst-dokumentation.com/MAK

Sehen lernen

Die 25 Kategorien denen jeweils vier Produkte zugeordnet wurden schaffen den nötigen inhaltlichen Faden und leiten die Besucher:innen beim Rundgang. So etwa finden sich u.a. Themen wie „Alpin“, „Handwerk“ „Luxus“, „Unsichtbar“, „Verbindungen“, „Reduktion“ oder „Zirkulär“. Auch auf die Frage „Was ist gutes Design?“ versucht man eine Antwort zu geben, denn gesellschaftliche Herausforderungen und innovative Formen müssen längst ebenso berücksichtigt werden wie neue Produktionstechniken und Vermarktungsmöglichkeiten ohne letztlich die zentralen Fragen von Ökologie, Ressourcenschonung, Zirkularität und Recycling dabei zu vernachlässigen.

Kategorie „Wiener Postproduktion“: Martin Feiersinger, Quallenhocker Q8, 2019, Ing. Franz Plank GmbH Foto: Werner Feiersinger
Kategorie „Partizipativ“: PPAG architects (Anna Popelka, Georg Poduschka), Enzi, 2002 Stadtmöbel, Deurotherm Polyurethan-Isolierungen GmbH Foto: Lisi Gradnitzer

Ein Versuch, mit einer Art „Schule des Sehens“ dem Ausstellungsbesucher zu ermöglichen, meist verborgen bleibende Facetten wie Entwurfs- und Produktionsprozesse kennen zu lernen und nachvollziehbar zu machen. In die Ausstellung fließt dabei die gesamte Palette der zeitgenössischen Produktvielfalt ein – Ob Möbel, Haushaltsgerät, Werkzeugen und Beleuchtungskörper bis zur Unterhaltungselektronik und Designprodukten aus den Bereichen Gesundheit, Arbeit, Mobilität und einigen mehr, gelingt es, in die unendliche Vielfalt zeitgenössischer Designproduktion einzuführen.

Die Kategorien sind als gemeinsame Charakteristika der gewählten Objekte zu verstehen. So subsumiert etwa „Alpin“ den im Alpenraum verbreiteten Kanon an Formen und Typen, der unverkennbar in unterschiedlichsten Gebrauchsgegenständen zu finden ist.

Von Möglichkeiten und Qualitäten

„Material als Möglichkeit“ widmet sich der Rolle der Materialwahl und den ungeahnten Möglichkeiten, die mit dem richtigen Werkstoff entstehen können – etwa bei einem unzerbrechlichen Brillenglas oder einem essbaren Hundenapf. „Re-Typisierung“ wiederum macht überraschende Designs für vermeintlich unveränderbare Gebrauchsgegenstände wie eine Leiter und einen Kleiderbügel deutlich. „Empowerment“ hingegen umfasst Projekte, die es den Nutzer:innen ermöglicht, eigene Handlungsspielräume zu erobern, zum Beispiel durch altersgerecht gestaltetes Kinderbesteck. In der Kategorie „Unsichtbar“ lernt man materielle oder funktionale Qualitäten kennen, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen, selbst nicht bei Objekten wie einer Trinkflasche oder einem Akustikpanel. In fast allen Kategorien setzt man auf unerwartete Gegenüberstellungen, etwa auch, bei der Verwendung existierender Halbfabrikate, bei denen es um bewusstes Lo-Tek oder zirkuläre Designstrategien geht, die einen systemischen Wandel möglich machen.

Kategorie „Empowerment“: GP designpartners, MAM Feeding Line – Baby’s Cutlery, 2012,
Esslernbesteck, MAM Babyartikel GmbH Foto: MAM Babyartikel GmbH
Kategorie „Verbindungen“: Patrick Rampelotto, Fritz Pernkopf, Pilot, 2011/12, Küchenhocker, Quinze & Milan Foto: Quinze & Milan

Die Kurator:innen legten bei der Auswahl der Objekte und der damit verknüpften teilnehmenden Designer:innen und Hersteller:innen großen Wert auf eine Bandbreite unterschiedlicher Zugänge, Generationen und Sparten. So treffen selbst initiierte Designexperimente auf Produktionslinien großer Unternehmen, technologische Innovationen auf tradiertes Handwerk und Serienprodukte auf limitierte Editionen oder heute vergriffene Stücke. Designobjekte aus den frühen 2000er Jahren sind ebenso in der Ausstellung zu sehen wie noch in Entwicklung befindliche Prototypen. Und die Produkte etablierter Designer:innen und Hersteller:innen stehen dabei neben Projekten einer jungen Designgeneration.

Knapp ein Viertel der Exponate stammt aus der Sammlung des MAK. Eine gewisse Anzahl der ausgestellten Leihgaben soll im Anschluss in die MAK-Sammlung aufgenommen werden.

Anlässlich der Ausstellung „AUT NOW. 100 × Österreichisches Design für das 21. Jahrhundert“ erscheint eine gleichnamigen Publikation – gestaltet unter Verwendung von Schrifttypen, die ebenfalls in den letzten Jahrzehnten von österreichischen bzw. in Österreich tätigen Designer:innen gestaltet wurden.

MAK
Bis 18. Mai 2025

www.mak.at

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