Das Österreichische Kulturforum in New York feiert das Werk des österreichischen in Frankreich beheimateten Architekten Dietmar Feichtinger bis 20.September 2026 mit einer Ausstellung.
Der Architekt Dietmar Feichtinger hört den Begriff des Spezialisten im Zusammenhang mit seiner Arbeit nicht gerne, er möchte auch nicht „aus Gewohnheit, ausschließlich Bürogebäude Bildungsbauten oder Brücken entwerfen, denn Gewohnheit tötet Kreativität“, sagt er. Und sein Werk ist alles andere als gewöhnlich, es sticht vielmehr durch große Vielseitigkeit hervor. Diese Vielseitigkeit lässt sich nun auch anhand zahlreicher ausgestellter Werke im Österreichischen Kulturforum in New York im Rahmen der Ausstellung Dietmar Feichtinger: Architecture of Connection nachvollziehen. Zu sehen ist eine Auswahl zahlreicher sehr unterschiedlicher Projekte aus Frankreich, Österreich, Deutschland, Belgien, Dänemark und darüber hinaus und somit für sein Schaffen wichtige Werke wie u.a. die Gebäude der Donau-Universität in Krems von 2005, die Simone-de-Beauvoir-Fußgängerbrücke in Paris von 2006, jene Brücke, die seit 2015 das Unesco-Weltkulturerbe Mont Saint Michel mit dem Festland verbindet oder die dreiarmige Butterfly Brücke in Kopenhagen aus demselben Jahr und zahlreiche Projekte städtischer Infrastruktur wie etwa die ökologische Renovierung des 1976 errichteten Verkehrsbauwerks des Centre d’Échanges de Lyon-Perrache, die bis 2028 fertiggestellt werden soll.

Gewohnheit tötet Kreativität
„Technische und räumliche Qualität sind eng verknüpft und bedingen sich gegenseitig. Technik schafft Möglichkeiten. Die gestalterische Komponente verschiebt die Prioritäten und eröffnet eine neue Sichtweise“, sagt Dietmar Feichtinger etwa in einem Interview anlässlich der Architekturtage 2026, die sich dem Thema Infrastruktur widmen. Feichtinger gelingt es präzise Ingenieurskunst mit poetischer Leichtigkeit zu verschmelzen. Seine Bauwerke zeichnen sich nicht nur durch eine besondere formale Klarheit aus, durch eine zurückhaltende Architektursprache, in deren Zentrum seine besondere Aufmerksamkeit der Bewegung und räumlichem Erleben gilt.
Dietmar Feichtinger, der in Frankreich vor allem für seine zahlreichen Brückenbauten bekannt ist, verfolgt stets drei Anliegen: Er sucht im Sinne der Gemeinschaft, offene und einladende Konzepte zu erstellen, um Interaktion zu fördern und das soziale Gefüge der gebauten Umwelt zu stärken. Außerdem stehen Funktionalität, Innovation und ein tiefes Verständnis für die zu erfüllende Nutzung im Mittelpunkt seines Planungsgedankens. Seine meist offenen und einladenden räumlichen Konzepte fördern Interaktion und stärken das soziale Gefüge der gebauten Umwelt. Und Feichtingers Planungsansatz wird geprägt von seinem langjährigen Engagement für Nachhaltigkeit, Umweltverantwortung und der Fähigkeit, sich an zukünftige Herausforderungen anzupassen.

Verbindende Architektur
Eine weitere Ehrung seiner Leistungen wurde ihm durch die vor Kurzem von der Académie d‘architecture française getroffene Entscheidung zuteil, den aus der Steiermark gebürtigen, seit Ende der 1980er Jahre Ende in Frankreich lebenden und tätigen Architekten Dietmar Feichtinger als Ehrenmitglied aufzunehmen. Eine Entscheidung, die umso bedeutender erscheint, als nur wenige internationale Architekten in dieser wichtigsten französischen Institution präsent sind.
Dietmar Feichtinger verbindet in seinen Bauten konstruktive Präzision mit einem besonderen gestalterischen Anspruch. „Was mir am meisten Spaß macht, ist, das Projekt, das gerade auf meinem Tisch liegt. Ich denke, wenn man eine Schule in einem bestimmten Stadtviertel baut, ist das genauso wichtig und interessant wie etwa eine große Brücke zu errichten“, sagt Feichtinger. Diese Verbindung aus österreichischer Präzision und französischem Gestaltungsanspruch prägt sein Werk. Allen Erfolgen jedoch begegnet Dietmar Feichtinger stets mit bestechender Bescheidenheit. Es sei vor allem seine Fähigkeit, Infrastruktur in Architektur zu verwandeln, die die Akademie überzeugt habe, bestätigte Präsidentin Cahterine Jacquot anlässlich der Ehrung und ergänzt: „Sein Gesamtwerk würde ich als sehr facettenreich bezeichnen, da es sowohl technisch als auch poetisch ist. Er ist ganz einfach ein großer europäischer Architekt.“
bis 20. September 2026
Austrian Cultural Forum New York
Im Begleitprogramm der Ausstellung wird voraussichtlich in der zweiten Maihälfte eine Podiumsdiskussion stattfinden, um das Projekt Yostar – Young Styrian Architecture vorzustellen und die junge steirische Architekturszene in New York zu präsentieren.






