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urbanize! Festival 2026, Die Strasse im Wandel, Praterstraße Wien, Foto: 3zu0 Lanschaftsarchitektur/KurtHoerbst

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in stadt

Die Straße lebt! 

Redaktionvon Redaktion
25.09.2026

Reclaim the Streets! lautet das Motto, dem sich das diesjährige urbanize! Festival von 13. bis 18. Oktober verschrieben hat. Bei freiem Eintritt stehen Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Straße im Wandel auf dem Programm. Gefeiert wird dabei die Auferstehung der Straße als lebendiger Stadtraum der (nahen) Zukunft. 

An 6 Tagen mit 44 Veranstaltungen widmet sich urbanize! der Straße und deren Potenzialen für Klimaanpassung, Grünraumgerechtigkeit, aktive, sichere Mobilität und vor allem auch für ein demokratisches Miteinander. Vorträge, Diskussionen, Workshops und Stadtspaziergänge, ebenso wie Ausstellungen, Filme und künstlerische Interventionen laden dazu zur gemeinsamen Auseinandersetzung ein. 

urbanize! Festival 2026, The Politics of Action, Foto: Leku Superilla

Urbanize! feiert die Lebensqualität

Seit jeher ist die Straße Spiegel der Stadtgesellschaft, ob öffentlicher Raum oder Verkehrsfläche, Asphaltwüste oder Grünraum, multifunktional oder eindimensional, sie ist immer in Bewegung, vereint Nähe und Distanz, Begegnung und zugleich Anonymität. Der unterschiedlich gestaltete Straßeraum kann verbinden oder trennen, in Beziehung setzen oder vereinzeln, er kann für das Recht des Stärkeren oder für Gerechtigkeit sorgen. Im Rahmen einer klima- und sozial gerechten Stadtplanung und den steigenden Anforderungen durch Klimaveränderungen, dem Wachsen der Städte und der gesellschaftlicher Spaltung, rückt die Bedeutung der Straße als sozialer, ökologischer und demokratischer Möglichkeitsraum mehr und mehr in den Fokus. 
urbanize! 2026 sucht den Diskurs mit Stadtforscher:innen, Aktivist:innen, Künstler:innen und Politiker:innen über die Notwendigkeiten und Möglichkeiten, monofunktionale Verkehrsräumen wieder in lebendige, öffentliche Stadträume zu verwandeln: Wie aber schaffen wir den Wandel von der auto- zur menschengerechten Stadt? Welche Möglichkeiten eröffnen sich für den Straßenraum, wenn Flächen-gerechtigkeit Einzug hält? Taugt die Straße (noch) als demokratischer Raum und Raum für Protest? Wie müssen Straßen und Plätze gestaltet werden, damit die Lebensqualität für alle trotz Klimakrise steigt?

urbanize! Festival 2026, Schwimmverein Foto: Christopher Mavric/schwimmparade 2025

urbanize! geht auf die Straße

Immer noch wird die Straße vor allem dem Auto überlassen, trotz bereits zahlreicher positiver Maßnahmen, die einen Weg in die Zukunft weisen. Selbst angesichts der sich mehrenden sommerlichen Hitzeperioden, trotz massivem CO2-Ausstoß durch den Verkehr fällt es weiterhin schwer, sich von der „Motonormativität“ zu lösen. Die Stadt wird nach wie vor für das Auto und nicht ausschließlich für den Menschen gedacht und geplant – auch in Wien, wo weniger als ein Drittel der Bewohner:innen überhaupt ein Auto besitzt. Wie also kann der kulturelle Wandel als Voraussetzung für eine raschere Mobilitätswende gelingen? 
Es gibt großes Potenzial, aus dem Straßenraum wieder einen attraktiven, lebendigen Stadtraum zu machen: In Wien etwa nehmen laut VCÖ 480.000 öffentliche Parkplätze etwa ebenso viel Fläche ein wie die Bezirke Neubau, Josefstadt und Innere Stadt zusammen. Höchste Zeit, die Straße in einem Aufenthaltsraum der Stadtgesellschaft, als grüne Erholungs- und Spielzone und Raum für eine aktive und gesunde Mobilität zu verwandeln. Zahlreiche Vorzeigeprojekte weisen bereits den Weg zu einem sozial- und klimagerechten Wandel in der Verkehrs- und Stadtplanungspolitik.

urbanize! Festival 2026, Mitmachen im Grätzl Tour TikTak Galilei Foto: LA21/TimDornaus

Urbanize! lädt ein

Vorträge und Diskussionen, Workshops und Stadterkundungen, Ausstellungen, Filme und künstlerische Interventionen stehen auf dem vielfältigen Programm. Wissenschaftler:innen, Planer:innen, Künstler:innen, Aktivist:innen, Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung treffen auf interessierte Besucher:innen und sind im Rahmen des internationalen Festival eingeladen einander kennenzulernen, sich auzutauschen und zu vernetzen im realen Raum ebenso wie via Livestream. 
An Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt wie im Kirchenschiff der Caritas, im Wien Museum, im WUK, im Architekturzentrum Wien, an der Universität für angewandte Kunst, der Tankstelle Johanna-Garage und an unzähligen weiteren Orten, Straßen und Plätzen im öffentlichen Raum begibt sich urbanize! in die Stadt, ummöglichst viele Menschen 8bei freiem Eintritt) zur Teilnahme einzuladen und zu ermutigen. 

13. bis 18. Oktober 2026
www.urbanize.at

TIPP
Auch die Ausgabe N°105 von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung 
trägt den Titel: „Die Straße als Stadtraum“
Die Straße gehört zur Geschichte der Stadt wie die Rille zur Schallplatte, ist im Editorial der 2013 erschienenen, fünfzigsten Ausgabe von dérive zu lesen, deren Schwerpunkt damals der „Straße“ gewidmet war. Und daran hat sich natürlich nichts geändert. Das Problem – wie wir alle seit Langem wissen: Die Schallplatte, die abgespielt wird, ist in der Regel immer die gleiche – motorisierter Individualverkehr. 
Die 105. Ausgabe von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung zeigt Alternativen zur autogerechten Stadtplanung auf und diskutiert die Schritte, die unternommen werden – und werden müssen –, um aus dem Verkehrsraum Straße wieder einen lebendigen Stadtraum zu machen.
www.derive.at

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