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Das Projekt Kampung Mrican Phase 1 Yogyakarta, Indonesien von SHAU ist einer der beiden Preisträger:innen des Ammodo Award 2025 für soziale Architektur. Foto: KemenPU

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in preis

Ein Preis für soziale Architektur

Redaktionvon Redaktion
2.12.2025

Soziale und verantwortungsvolle Architektur steht mit dem Ammodo Architecture Award erstmals im Rampenlicht. Der internationale Preis wurde heuer zum insgesamt zweiten Mal vergeben wird. Über einen der beiden mit unglaublichen 150.000 Euro dotierten Preise 2025 dürfen sich Ulrike Schartner & Alexander Hagner des Wiener Architekturbüros gaupenraub+/- für ihr Projekt „VinziRast am Land“freuen.

Aus 186 Einreichungen aus über 60 Ländern wurden weltweit 26 Preisträger:innen für die Zuerkennung des Preises ausgewählt. Die vorbildlichen Beiträge zu einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen Architektur zeigen ein breites Spektrum von etablierten Studios sowie gemeinschaftlicher Initiativen und Genossenschaften. Sie alle repräsentieren die reiche Vielfalt der weltweiten architektonischen Praxis und setzen neue Standards für soziales Engagement und ökologische Sensibilität.
Ammodo Art, Science und Architecture fördert jeweils die Entwicklung von Kunst, Wissenschaft und Architektur. Die Erweiterung des Wissens und die Schaffung neuer Perspektiven in diesen Bereichen tragen dazu bei, aktuelle Herausforderungen anzugehen und die Gesellschaft voranzubringen.

Neue Perspektiven schaffen

Im Bereich der Architektur fördert und unterstützt Ammodo die Entwicklung einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen Architektur und wird in drei Kategorien vergeben. Die höchstdotierte Kategorie ist der Social Architecture Award mit 150.000 Euro Preisgeld, der damit herausragende Architekt:innen fördern möchte. Der „Social Engagement Award“ in der Höhe von je 50.000 Euro hat sich zur Aufgabe gemacht, talentierte Architekt:innen zu ermutigen, den nächsten Schritt in Richtung einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen Architektur zu gehen. Und schließlich soll der „Local Scale Award“ mit 10.000 Euro eigeninitiierte lokale Projekte fördern, die als sozial und ökologisch orientierte Raumprojekte, lokale Auswirkungen haben.
Die Preisgelder sind als Unterstützung für die weitere Arbeit der prämierten Büros und für die Weiterentwicklung von deren Projekten gedacht. Darüber hinaus versteht sich Ammodo Architecture als Wissensplattform, die ebenso die Vernetzung der Preisträger:innen zu fördern sucht. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch von Erkenntnissen mit einem größeren Personenkreis und der Auseinandersetzung mit Schlüsselthemen und Schwerpunkten, die bei der Auswahl durch einen Fachbeirat im Mittelpunkt standen. „Wir fühlen uns durch die diesjährige Auswahl, die die Tiefe und Vielfalt des heutigen architektonischen Denkens widerspiegelt, sehr bestärkt“, unterstreicht die Leiterin von Ammodo Architecture, Marleen van Driel.

Preisträger soziale Architektur: VinziRast am Land, Mayerling, NÖ von gaupenraub+/-:Das VinziRast am Land verwandelt ein ehemaliges Luxushotel in eine integrative Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für Menschen am Rande der Gesellschaft. Foto: Kurt Kuball

mit globaler Reichweite und Vielfalt

Die globale Reichweite und Vielfalt zeitgenössischer architektonischer Praxis spiegeln auch die diesjährigen Nominierten aus Afrika, Asien, Europa, Nord- und Mittelamerika, Südamerika sowie Südostasien und Ozeanien wider. Alle ausgewählten Projekte – von Mexiko über Ghana und Bangladesch bis nach China oder eben Österreich – entstanden im städtischen oder ländlichen Kontext und verhandeln allesamt dringende Fragen wie Wohnungsbau, Bildung, ökologische Sanierung und gemeinschaftliches Wohnen.
Nachnutzung, Stadtsanierung, die Weitergabe traditionellen Handwerks und Wissens ebenso wie die Wiederherstellung von Ökosystemen sind gemeinsames Anliegen aller Preisträger:innen. So zeigen die unterschiedlichen Projekte neben den konkreten Herausforderungen des jeweiligen Kontexts, auch neue Möglichkeiten auf, wie es Architektur gelingen kann, Gemeinschaften zu verbinden, Lebensumwelten zu fördern und das Leben zu bereichern.
Ein global agierender Berater-Ausschuss, dem Joumana El Zein Khoury, die Geschäftsführerin der World Press Photo Foundation, Amsterdam, vorsaß, wählte die Preisträger:innen. Dem Ausschusses gehörten an: Andrés Jaque (Architekt, Dekan und Professor, Columbia University GSAPP, New York), Anupama Kundoo (Architektin und Professorin, TU Berlin); Floris Alkemade (Architekt und ehemaliger Chef-Architekt der niederländischen Regierung); Mariam Issoufou (Architektin und Professorin, ETH Zürich) sowie Loreta Castro Reguera (Architektin und Professorin, UNAM Mexiko Stadt). Grundlage der Nominierungen war von regionalen Repräsentanten organisiertes Einladungssystem, das eine weltweite Repräsentation und Vielfalt gewährleistete. „Der Ammodo Architecture Award 2025 feiert keinen Stil, sondern eine Ethik: Architektur als sorgsame Verwaltung, gemeinsames Unterfangen und geduldige Instandsetzung unseres sozialen und ökologischen Gefüges,“ betont Andrés Jaque, Architekt, Dekan und Professor, Columbia University GSAPP, New York, als Teil des Beraterteams.

Preisträger soziale Architektur: Kampung Mrican Phase 1 Yogyakarta, Indonesien von SHAU erstreckt sich über 1,2 Kilometer entlang des Gajah Wong Flusses und ist ein Beispiel für „urbaneAkupunktur”: kleine, strategische Eingriffe, gemeinsam mit den Anwohnern entworfen. Foto: Kampung Mrican

in drei Kategorien

In der Kategorie Soziale Architektur wurden zwei herausragende Architektur- und Designteams, ausgezeichnet, deren Werk sich durch sein besonders ausgeprägtes verantwortungsvolles, soziales und ökologisches Engagement auszeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind SHAU aus Indonesien für ihr Projekt Kampung Mrican Phase 1 und gaupenraub+/− aus Wienfür VinziRast am Land. „Die Auszeichnung ermöglicht es uns, die Arbeit voranzutreiben, für die wir uns seit Jahren engagieren: zu überdenken, wie wir zusammenleben, und das Problem der Marginalisierung in unserer Gesellschaft wirksamer anzugehen“, freuen sich die Preisträger:innen von gaupenraub+/-, Ulrike Schartner und Alexander Hagner. „Mit dieser Unterstützung können wir ein neues Design und Modell entwickeln, unsere Forschung vertiefen und unseren Ansatz für Entscheidungsträger und Gemeinschaften sichtbarer machen. Sie hilft uns, den Dialog auszuweiten und eine systemische Veränderung einzufordern.“
Beide Projekte zeigen, wie durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Wiederverwertung, Teilhabe und Sorgfalt auch im sparsamen Umgang mit Ressourcen klimatische und soziale Herausforderungen bewältigbar sind. „Den Ammodo Award zu gewinnen ist ein wichtiger Erfolg für SHAU und alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Er ehrt unsere kollektive Designleistung, anerkennt die Gemeinschaften und Mitarbeiter:innen, die das Projekt jeden Tag prägen. Für uns ist das die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonen Florian Heinzelmann & Daliana Suryawinata von SHAU.
Das Preisgeld wird SHAU für den Bau einer neuen Mikrobibliothek in Indonesien verwenden, gaupenraub+/− wird es einsetzen, um das Projekt eines inklusiven Hotels zu unterstützen ebenso wie für die Umsetzung eines neuen Wohnprojekts für ehemals obdachlose Menschen sowie zur Entwicklung eines digitalen Toolkits zum Wissensaustausch in beruflichen und wissenschaftlichen Tätigkeitsbereichen.

Preis für soziales Engagement: Zheshui Natural library, in Zheshui, China von LUO studio: Architektur und Landschaft sind hier untrennbar miteinander verbunden. Diese Einheit widerspiegelt auch die Bibliothek wider. Foto: Jin weiqi

Die Kategorie Soziales Engagement prämiert zwölf Projekte, die zeigen, wie Architekt:innen ihre Planungskenntnisse als wichtigstes Werkzeug nutzen, um soziale und ökologische Verantwortung zu unterstützen. Beispielhaft genannt seien hier die Zheshui Natural Library von LUO Studio (China), die gemeinsam mit Dorfbewohnern im Taihang-Gebirge von Shanxi errichtet wurde, oder die von Paraa und der ortsansässigen Bevölkerung entwickelte Gemeinschaftsplattform Machan_Korail, die eine ehemalige Müllhalde in Djaka (Bangladesch) in einen flexiblen öffentlichen Raum für Kunst, Lernen und Dialog verwandelt. LUO Studio wird das Preisgeld in der Höhe von 50.000 Euro dazu verwenden, ein nachhaltiges Co-Creation-Studio für ökologische ländliche Entwicklung im Dorf Shangling aufzubauen, während Paraa gemeinschaftlich konzipierte und entwickelte Maßnahmen in Form von Workshops, Training und lokalen Events in Dhaka finanzieren wird.

Preis für soziales Engagement: Machan_Korail Community Platform, Bangladesh von Paraa. Machan ist Teil der umfassenderen Initiative „Korail: City of Culture“, die Kunst und Partizipation als Instrumente für den Aufbau von Gemeinschaften fördert. Foto: City Syntax

Die Kategorie für Projekte auf lokaler Ebene zeichnet zwölf eigeninitiierte sozial und ökologisch orientierte Raumprojekte mit lokalen Auswirkungen aus. Beispielhaft erwähnt seien die Hauptbühne des MuyunaFest von Espacio Común (Peru), ein schwimmendes Kulturzentrum, das im amphibischen Stadtteil Belén (Iquitos) mit lokalen Materialien und lokalem Wissen gebaut wurde, ebenso wie die Magdy El Khouly Straßensanierung von Ahmed Hossam Saafan (AHS CxA) (Ägypten), einem Pilotprojekt zur Revitalisierung des öffentlichen Lebens in Ezbet Khairallah, Kairo, das durch kleine, inklusive Maßnahmen städtischen Raum für Frauen und Kinder zurcükgewinnt. Espacio Común wird das Preisgeld für den Bau einer neuen Bühne für das MuyunaFest 2026 verwenden, die anschließend zu einem permanenten öffentlichen Raum umgebaut werden wird. AHS CxA wird damit eine partizipatorische, umweltbewusste Intervention im öffentlichen Raum in Ezbet Khairallah finanzieren.

Preis auf lokaler Ebene: Main Stage of MuyunaFest, Peru von Espacio Común: Sie befindet sich im amphibischen Viertel Belén in Iquitos im peruanischen Amazonasgebiet, wo ein internationales schwimmendes Filmfestival den Regenwäldern und ihren indigenen Völkern Tribut zollt. Foto: Daniel Martínez-Quintanilla

Alle Preiträger:innen 2025

Für soziale Architektur (je € 150.000 Preisgeld):

  • Kampung Mrican Phase 1 Yogyakarta, Indonesien von SHAU
  • VinziRast am Land Mayerling, (Niederösterreich), Österreich von gaupenraub+/-:

Für soziales Engagement (je € 50.000 Preisgeld):

  • Zheshui Natural Library, LUO Studio, Dorf Zheshui, Shanxi China
  • Limbo Museum, Limbo Accra Accra Ghana
  • Chaki Wasi, Handwerkszentrum der Gemeinde Shalalá La Cabina de la curiosidad, Shalalá, Quilotoa Ecuador
  • Prototyp eines erdbebensicheren Hauses Aziza Chaouni Projects Talaat N’yacoub, Al Haouz, Marokko
  • Schwimmende Schulen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft und nachhaltigen Entwicklung, Shidhulai Swanirvar Sangstha Pabna District (Gumani Fluss), Bangladesch
  • Jackfrucht-Verarbeitungseinheit und Gemeindezentrum atArchitecture (mit der Anant Foundation, Regierung von Meghalaya), Gulpani Nokat, South Garo Hills, Meghalaya
  • Indien Floating University Floating e.V. Berlin (Regenwasserrückhaltebecken Tempelhof), Deutschland
  • COPAL, geschützter Raum einschließlich Platz, o+h Yamagata Japan
  • The Wild Mile, Urban Rivers, Chicago, Illinois, USA
  • Sanders Place, NMBW Architecture Studio, Melbourne Australien
  • Gemeinschaftsplattform Machan_Korail, Paraa (mit Einwohnern von Korail) Dhaka (Siedlung Korail), Bangladesch
  • Territorio de los saberes – Mencoriari, Asociación Semillas para el Desarrollo Sostenible, Zentrales peruanisches Amazonasgebiet Peru
Preis auf lokaler Ebene: Magdy El Khouly Street Renovation, Ägypten von AHS CxA.Das Projekt in Ezbet Khairallah, einer informellen Siedlung mit fast einer Million Einwohnern, befasst sich mit städtischen und sozialen Herausforderungen auf lokaler Ebene. Foto: Ahmed Hossam Saafan

Für Projekte auf lokaler Ebene (je € 10.000 Preisgeld):

  • Hauptbühne des MuyunaFest, Espacio Común, Iquitos (Belén), Loreto Peru
  • Village as House, Robida Collective Topolò/Topolove, Friaul-Julisch Venetien Italien
  • Terrachidia Oasis Campus, Terrachidia NGO, M’Hamid El Ghizlane, Drâa-Tafilalet Marokko
  • Jardín Naturalista, Colibrí in Canal Constitución, Gladiola Camacho Estudio Monterrey, Nuevo León, Mexiko
  • Jucão Saatguthaus, Laboraterra Arquitetura; Alain Briatte Mantchev Arquitetura ME Minas Gerais, Brasilien
  • TerraTimber, Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, Deutschland
  • Adobe-Gewölbe, Esfahk Lehmzentrum, Esfahak, Süd-Chorasan, Iran
  • Ländliche Primarschule, Mandi, Dhammada Collective (im Auftrag von SEEDS) Mandi, Himachal Pradesh Indien
  • Gemeinschaftsinitiative Bankatta, Madi-Tal Sustainable Mountain Architecture Bankatta, Madi-Tal (Chitwan), Nepal
  • Magdy El Khouly Straßensanierung, AHS CxA, Alt-Kairo, Ägypten
  • Play – Pause – Ponder, WM Re-Lab, (ländliche von Überschwemmungen betroffene Gebiete), Pakistan
  • The Slovo Hall Project, 1to1 – Agency of Engagement (mit dem Slovo Park Development Forum) Slovo Park, Johannesburg, Südafrika
Preis für soziales Engagement: Prototype Anti-seismic House , Marokko von Aziza Chaouni Projects: Der Prototyp dieses Hauses,ein von der Gemeinde initiiertes Wohnmodell, verbindet Erdbebensicherheit mit ökologischem Design, kultureller Kontinuität und lokaler Selbstbestimmung. Foto: Aziza Chaouni Projects

Über Ammodo
Ammodo ist eine gemeinnützige Stiftung, die Entwicklungen auf den gebieten von Kunst, Wissenschaft und Architektur fördert und unterstützt. Ammodo ist der Überzeugung, dass die Erweiterung des Wissens und die Entwicklung neuer Perspektiven in diesen Bereichen dazu beitragen wird, aktuelle Herausforderungen anzugehen und die gesellschaftliche Veränderungen voranzutreiben. Um die Forschung und ausgewählte Projekte zu fördern und zu unterstützen wurde Ammodo Art, Ammodo Science und Ammodo Architecture ins Leben gerufen.
https://www.ammodo.org/

Über Ammodo Architecture
Architektur eröffnet uns eine neue Perspektive. Ammodo sucht Projekte von sozial und ökologisch engagierten Architekten, multidisziplinären Designteams und Raumplanern aus aller Welt, mit dem Ziel, sowohl die globale Architekturgemeinschaft als auch lokale Fachleute anzusprechen. „Wir schätzen es, wenn Teams und Projekte hervorragende Designfähigkeiten als wichtigstes Instrument einsetzen, um soziale und ökologische Verantwortung zu fördern. Wir befürworten einen integrierten Ansatz, sind uns jedoch bewusst, dass kein Projekt alle Werte gleichermaßen berücksichtigen kann“, sagt das Team von Ammodo.
Ammodo Architecture fördert weltweit sozial und ökologisch verantwortungsvolle Architektur. Umgesetzt wird das Programm mithilfe des Ammodo Architecture Award, der in drei Kategorien verliehen wird und anhand einer internationalen Wissensplattform.
www.ammodo-architecture.org

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