Eine neue internationale Kunstmesse, die Astoria Art Show hat von 10. bis 14. September 2026 ihre Zelte in der Astoria Garage im 8. Wiener Gemeindebezirk aufgeschlagen. An einem nicht zuletzt auch wegen seiner Architektur sehenswerten Ort, der durch seine dynamische funktionale Betonstruktur beeindruckt und beweist, dass Bestand oft unerwartet vielseitig genutzt werden kann.
Errichtet wurde das Gebäude, in dem sich heute die Astoria Garage befindet, 1918 vom österreichischen Baumeister und Architekten Franz Karl Mörtinger (1872-1929) für den Garagen- und Autowerkstättenbesitzer Cesar Karrer, der auf dem Gelände der ehemaligen Stallungen und Reitschule des benachbarten Palais Auersperg 1918 die Astoria-Garage gründete.
Erstmals öffnet die historische Astoria Garage im 8. Bezirk ihre Türen, wenn auch nur kurzfristig einer anderen Nutzung, sie wird zum Veranstaltungsort für ein großes Kunstevent. Die Astoria Garage gilt als Europas erste und größte tageslichtdurchflutete Turmgarage und zählt zu den bedeutendsten historischen Garagenbauten Europas. Als älteste noch bestehende Hochgarage Wiens wurde sie 1923 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet, 1935 nach dem Entwurf von Cesar Karrer erweitert und zu ihrem heutigen Erscheinungsbild, einer sechs Geschoße umfassenden Turmgarage mit Glaskuppel ausgebaut. Bis heute blieb der Bau, der bis vor einem Jahr ausschließlich als Parkhaus genutzt wurde, in wesentlichen Teilen in seiner ursprünglichen Struktur erhalten.

Einzigartiges Ambiente …
Die Garage in sehr zentraler Lage in der Wiener Trautsongasse gelegen, versteckt sich hinter einer eher herkömmlich gegliederten Putzfassade und erschließt sich erst nach dem Betreten. Der offene Raum beeindruckt durch das hohe mit Glaskuppel überspannte zentrale Atrium und seine spiralförmige mehrgeschoßige Rampe.
Der historische Bau öffnet sich mit der Astoria Artshow erstmals für ein großes Kulturevent. Die besondere Atmosphäre für die Präsentation von Kunst auf den insgesamt sechs weitläufigen Parkdecks ist neben der offenen Bauweise, den großzügigen Fensterflächen, dem mehrgeschoßigen Lichthof und der markanten Glaskuppel zu verdanken. Die historische Architektur und deren industrieller Charakter bietet den einzigartigen Rahmen für die Ausstellung der Werke von über 80 zeitgenössischen Galerien und etwa 15 Kunst- und Ausbildungsstätten.

Die Gestaltung der rund 10.000 Quadratmeter großen Ausstellungsflächen übernahm das Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi, das etwa für Ausstellungsarchitekturen u. a. der Documenta 11 in Kassel, des Belvedere Wien und des Hamburger Bahnhof Berlin verantwortlich zeichnet. Die Ausstellungsarchitektur nützt die bestehende Struktur der Garage für die offene Gestaltung und löst sich bewusst von dem meist rasterartigen Grundriss, als Grundlage einer klassischen, klar abgegrenzten Anordnung der Aussteller:innen. Anstatt die einzelnen Stände klar voneinander getrennt aneinanderzureihen, entschied man sich für ein offenes räumliches Gefüge, in dem die einzelnen künstlerischen Positionen miteinander in einen Dialog treten. Die Werke werden auf offenen Flächen und freistehenden Wänden ausgestellt und nach ästhetischen Gesichtspunkten zueinander in Bezug gebracht. Trotz der auf diese Weise weitläufigen und offenen Gesamtpräsentation, gelingt es dennoch, die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Arbeiten zu lenken.
Besonderes Augenmerk kommt dabei auch der Geschichte des Ortes zu, die in vielen Details sichtbar bleibt: in den auf Putz verlegten elektrischen Leitungen, alten Beschilderungen, in der Patina vergangener Nutzungen und Reparaturstellen ebenso wie in den heterogen Bodenflächen widerspiegeln sich überall die Spuren der Zeit. „Unsere Architektur arbeitet mit den Eigenheiten der Garage, nicht gegen sie: Sie schafft präzise räumliche Setzungen, die das Eintauchen in einzelne künstlerische Positionen ermöglichen, ohne den Charakter des Ortes zu überdecken oder zu vereinnahmen“, so das Architekturbüro Kuehn Malvezzi.

… für die Präsentation von Kunst
Wo nach einer sanften und schrittweisen Sanierung „unter Wahrung der Substanz“ eine Modernisierung inklusive E-Ladestellen, Autoreinigung, digitalisiertem Betrieb mit modernen Kassenautomaten und automatischer Kennzeichenerfassung geplant ist, werden auch in Zukunft wieder etwa bis zu 400 Autos unter dem Motto „So schön kann Parken sein“, abgestellt werden können. Zurzeit aber zeigen 80 Galerien etwa 400 Kunstwerke von 120 Künstler:innen,. Die internationale Dimension der Astoria Artshow zeigt sich in der Beteiligung von Galerien aus ganz Europa, darunter Österreich, Deutschland, Italien, die Schweiz, Slowenien, die Slowakei, Serbien, Rumänien, die Niederlande, Norwegen, Belgien und Großbritannien.


Die Preview-Edition von VAU – Vienna Art United, wird von einem Zusammenschluss von 35 Wiener Galerien ausgerichtet, die den Kunststandort Wien dauerhaft stärken und ein innovatives, international konkurrenzfähiges Messeformat etablieren wollen. Das diesjährige Ausstellungsformat bildet den Auftakt für eine neue internationale Kunstmesse, die ab 2027 in Wien stattfinden soll.
Gegliedert ist die Astoria Artshow ist in drei Sektionen: Main Positions für zeitgenössische Einzelpräsentationen, New Positions – Zone 1 für junge, aufstrebende österreichische Künstler:innen sowie Editions, Projects & Institutions für Sonderpräsentationen von Akademien, Kunstverlagen und Art Spaces.
Die Astoria Artshow wird durch die Förderung und Unterstützung zahlreicher Partner:innen ermöglicht, allen voran von der Wien Holding, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, der Stadt Wien Kultur, der Wirtschaftsagentur Wien, Bildrecht und Vienna.Info und anderen. Dieser Unterstützung sei es zu verdanken, dass die Wiener Galerien in der Lage sind, eine unabhängige, eigenständige neue Kunstmesse zu etablieren und ein deutliches Signal für den dynamischen Kunststandort Wien zu setzen. Der besondere Dank der VAU – Vienna Art United gilt auch Jürgen Hesz, dem Eigentümer der Astoria Garage, der einer Anfrage, das Bauwerk für eine Kunstmesse zur Verfügung zu stellen, innerhalb kürzester Zeit positiv gegenüberstand.
Das aktuelle Format verbindet Ausstellung und Messe: Mit der Präsentation der Werke, möchte man einen spannungsreichen Gesamteindruck schaffen, bei dem die einzelnen künstlerischen Positionen dennoch im Fokus bleiben. „Wir wollen die Kräfte des österreichischen Galerienstandorts bündeln und ein zukunftsweisendes und nachhaltig erfolgreiches Messeformat von internationalem Renommee entwickeln. Dass die Astoria Artshow von Galerien für Galerien organisiert wird, mag als ungewöhnlich und unerwartet erscheinen. Tatsächlich schließt sie damit aber an renommierte Vorbilder wie die Art Cologne und die Arco Madrid an, die ebenfalls von der lokalen Galerienszene vor Ort initiiert wurden”, so Markus Peichl, Obmann von VAU – Vienna Art United.






