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Zu neuem Leben erwacht: Die Villa Beer in Wien Hietzing, 1929-1930 errichtet von Josef Frank und Oskar Wlach. Foto: Stefan Huger

Zu neuem Leben erwacht: Die Villa Beer in Wien Hietzing, 1929-1930 errichtet von Josef Frank und Oskar Wlach. Foto: Stefan Huger

in architektur

Gedenktafeln machen Sinn

Christine Müllervon Christine Müller
6.02.2026

Die Villa Beer in Wien Hietzing, 1929 bis 1930 von Josef Frank und Oskar Wlach errichtet, ist weltbekannt und gehört zu den signifikantesten Werken der zweiten Moderne. Nach einem längeren Leerstand und einer feinfühligen Restaurierung ist sie nun dank des neuen Besitzers zurück im Leben. Ab 8. März ist sie der Öffentlichkeit zugänglich.

„Ich habe das Haus durch Zufall entdeckt, aber es gibt ja bekanntlich keine Zufälle, also muss ich sagen, es war ein Glücksfall – zumindest für mich“, verrät Lothar Trierenberg auf die Frage, wie es zum Kauf des Objekts in der Wenzgasse in Wien Hietzing gekommen sei. „Es war genau vor fünf Jahren, als ich zum ersten Mal hier stand und mir war sofort klar, dass dieser Ort möglichst viele Menschen, genauso wie mich begeistern und berühren soll“. So beschloss Lothar Trierenberg, dass das Haus nicht wieder in der Privatheit verschwinden sollte.
Ein Glücksfall auch, dass Trierenberg seit Langem eine hohe Sensibilität für die Themen Inneneinrichtung und Architektur empfand und gerade zu dem Zeitpunkt als die Villa zum Kauf stand, sein Geschäft Das Möbel, ein Kaffeehaus mit Designgalerie für modernes Möbeldesign aus Europa, das er zwanzig Jahre lang geführt hatte, in neue Hände übergeben wollte und für eine neue Herausforderung offen war.

Das Haus öffnet sich in jedem Geschoß in den Garten, für dessen Gestaltung die kreative Gartendenkmalpflege zur Anwendung kam, da nur historische Schwarzweiß-Aufnahmen und kein Pflanzplan vorlag. Das Resultat wird mit der Frühlingsblüte sichtbar sein. Foto: Hertha Hurnaus

Von der Geschichte des Hauses

Josef Frank und Oskar Wlach waren Ende der 1920ger Jahre sehr gefragte Architekten und Inneneinrichter. Gemeinsam führten sie ein Architekturbüro ebenso wie die Firma Haus und Garten für Möbeldesign und Gartengestaltung. Es war 1929 als Julius Beer und seine Frau Margarete, die beiden Architekten mit der Errichtung einer Villa beauftragten, die nach der unglaublich kurzen Bauzeit von nur einem Jahr fertiggestellt war. „Nachdem wir das Haus über zwei Jahre renoviert haben, wissen wir, was das bedeutet“, lacht Trierenberg. Schon im September 1930 zog man ein.
Letztlich war es der Familie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nur möglich, knapp zwei Jahre hier zu leben. Gezwungen, das Haus vermieten, um fällige Kreditraten bezahlen zu können, verloren sie letztendlich 1938 das Haus an die Kreditgeber und wurden kurz danach aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zur Flucht gezwungen.
Die Tochter Elisabeth, die auch hier im Haus wohnte, bekam wegen einer Gehbehinderung kein Visum in die USA, musste zurückgelassen werden und wurde letztlich 1942 von den Nazis ermordet. Aber auch die Architekten mussten Österreich verlassen. So floh Wlach – über den man sehr wenig weiß, 1938 nach Amerika, wo er als Architekt nie mehr arbeiten konnte. Er verstarb 1964 wohl verarmt, jedenfalls aber unbekannt in New York. Somit erzählt die Villa Beer auch eine Geschichte von Flucht und Emigration.
Josef Frank emigrierte bereits 1934 mit seiner schwedischen Frau nach Schweden und wurde dort mit seinen Möbel- und Stoffentwürfen sehr bekannt. Er gilt heute als einer der Begründer des schwedischen Möbeldesigns und gilt in Schweden noch immer als Superstar. Seine Möbel und Stoffe werden vom schwedischen Hersteller Svenskt Tenn nach wie vor erfolgreich produziert und vertrieben. Frank arbeitete nach dem Krieg nicht mehr als Architekt und kehrte nie wieder nach Österreich zurück. Die Hietzinger Villa Beer blieb das größte Einzelhaus, das Frank und Wlach gemeinsam verwirklichten und gilt als deren Hauptwerk.

Frank-Stoffe von Svenskt Tenn mit üppigen Pflanzenmustern werden zum besonders farbgewaltigen Blickfang und erlauben es, die hohen Öffnungen zwischen den Räumlichkeiten temporär zu schließen. Foto: Stefan Huger

Eine spannende Reise

„Vor fünf Jahren haben wir uns auf die Reise begeben, um dieses lange Zeit leerstehende Haus in eine neue Ära zu führen und eine Statusänderung von einem Wohnhaus zu einem öffentlichen Ort zu vollziehen und diesen mit neuem Leben zu füllen“, erzählt Lothar Trierenberg. In seinem Vortrag mit dem Titel „Was ist modern?“ hatte Josef Frank1927 gesagt: „Modern ist nur, was uns vollkommene Freiheit gibt“. FürLothar Trierenberg ein Schlüsselsatz in der Denkweise Josef Franks, denn ebendiesen Anspruch an gute Architektur, hatte Frank in diesem Haus exemplarisch verwirklichen können. Diese unglaubliche Kraft der Architektur, ist es auch, die Trierenberg nun mit der Öffnung des Hauses vermitteln will. „Nicht nur, weil es schön und spannend ist, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass sich diese Kraft auf die Menschen, die uns besuchen, übertragen kann“. Sein Wunsch ist es, einen lebendigen Lernort für Architektur zu schaffen, zu den Visionen und Ideen der Architekten der Zeit, zur Geschichte der Familie und zum jüdischen Bürgertum in Hietzing und Wien.

Im einstigen Musikzimmer, hinter der berühmten runden Fensteröffnung, hat man zwei Sofas rekonstruiert, die in Form und Farbe den ursprünglichen Polstermöbeln nachempfunden sind. Foto: Hertha Hurnaus

Sein wichtigstes Anliegen sei es – wie Trierenberg betont – das Haus tatsächlich mit Leben zu füllen, es aber keinesfalls zu musealisieren. Es wird kein klassisches Hausmuseum werden, wie es bereits so oft im Zusammenhang der Renovierung in den Medien hieß. Man soll diesen Ort selbst entdecken und erleben können, ob in geführten Gruppen oder ganz für sich allein. Daher wird das Haus weitgehend leer belassen. „Die Einrichtung kommt dann hoffentlich mit der Fantasie unserer Gäste, genauso wie die Vorstellung des Lebens von damals“, wie der Eigentümer und Geschäftsführer der Villa Beer Foundation ergänzt. „Wir zeigen das Haus damit vor allem auf seinen wesentlichen Aspekt reduziert, nämlich auf die Architektur“. Es soll ein Raum zum Nachdenken und Nachspüren sein. Alles Vorhandene kann benutzt werden, nach dem Motto „Berühren erlaubt“ und schon allein damit wird man sich von einem klassischen Museum unterscheiden.
Die Villa Beer als lebendiger Ort und die gewählte Form einer kleinen, privat geführten Institution erlauben es, Dinge stetig anzupassen, zu verändern, weiterzuentwickeln, neu zu denken. „Und das werden wir sicher tun“, schließt Trierenberg.

Die Blickbeziehung direkt vom Eingang bis in den Garten wurde wie ein Bühnenbild perspektivisch geplant. Foto: Hertha Hurnaus
Josef Franks berühmte Aufsatz „Das Haus als Weg und Platz“ (1931, Der Baumeister) lässt sich beispielhaft nachvollziehen. Foto: Hertha Hurnaus

Die Sanierung

Vor mittlerweile fünf Jahren beauftragte Trierenberg den Wiener Architekten Christian Prasser, das Haus so zu sanieren, dass seine Geschichte und vor allem seine Patina nicht verloren geht, es gleichzeitig aber auch die neue Nutzung erlaubt, die Spuren des Gebrauchs wollte man unbedingt sichtbar belassen. Das Haus sollte schließlich auf keinen Fall den Anschein machen, als hätte man die Zeit in die 1930ger Jahre zurückgedreht, sondern vielmehr wie ein Objekt, das seit damals in Verwendung gewesen ist. Eine eher komplexe Aufgabe, das rechte Gleichgewicht zwischen Konservierung und Reparatur zu finden. Ab 8. März kann sich jeder davon ein Bild machen, ob diese auch gelungen ist.

Bewusst zelebrierte Leere: Auch im zentralen Wohnraum finden sich nur wenige beispielhaft eingesetzte, freistehende Fauteuils, denn es soll die Architektur im Mittelpunkt stehen. Foto: Hertha Hurnaus

Eine erste Phase startete 2021 mit dem Kauf der Villa Beer und einer zweijährigen Analyse als Schwerpunkt einer restauratorischen Befundung, die zur Bestimmung von Musterflächen führte. Anhand dieser Musterflächen wurden alle Materialien analysiert, die Aufbauten geklärt und die Umsetzung in die Wege geleitet. In einer zweiten Phase startete die Planung mit zwei Schwerpunkten: Die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, die zur Einreichung der geplanten Sanierung im März 2023 führte und die Erstellung eines Expert:innenrates, in den außenstehende Personen eingeladen wurden, die planerische Arbeit zu reflektieren und zu diskutieren. Die dritte Phase war – mit eineinhalb Jahren auch die kürzeste – die Sanierung, wie Christian Prasser zusammenfasst. Allein die 40 Fensteröffnungen und 260 Fensterflügel „haben uns eine große Denkaufgabe aufgegeben. Im Bescheid des Bundesdenkmalamts war festgeschrieben, dass die Verglasungen aufgrund von Bombeneinschlägen während des Zweiten Weltkrieges nicht im Original vorhanden seien“, erzählt Prasser. Beim Ausglasen der Fenster im Zuge der Restaurierung zeigte sich jedoch, dass nicht nur die Originalfarbe des Erstanstrichs erhalten war, sondern zudem auch 60 Prozent der Gläser. So wurden alle wieder eingebaut und das geplante Energiekonzept adaptiert.
Aber auch etwa bei den Fußböden wurde akribisch vorgegangen, man hat bei Rückbau alle Holzriemen herausgenommen, beschriftet, nummeriert, restauriert und wieder eingebaut. Der in manchen Bereichen wie der gewendelten Treppe und in den Bedienstetenzimmern eingesetzte Gummiboden wurde zwar ergänzt, aber weitgehend im Original erhalten und kann sogar wieder begangen werden.

Beim Ausglasen der Fenster im Zuge der Restaurierung zeigte sich, dass etwa 60 Prozent der Gläser erhalten geblieben waren, und so alle wieder eingebaut und das geplante Energiekonzept adaptiert. Foto: Stefan Huger

Die weiße Moderne ist beige

Die weiße Moderne, von der man so oft spricht, ist bei der Villa Beer beige, eine Erkenntnis, die sich in allen Materialteilen niederschlägt. Denn das äußere Erscheinungsbild von Metall, Holz, Putz, bis zu den Lasuren am Stein deuten auf ein homogenes beiges Bauwerk. Wenn man das Gebäude mit den 1931 entstandenen Schwarzweiß-Fotografien von Julius Scherb vergleicht, ist das heutige sanierte Haus ein Spiegelbild des damaligen Bauwerks – mit einem fast 100jährigen Alterungsprozess, der in der Patina der Oberflächen möglichst erhalten wurde. Im Innenraum, wie Prasser unterstreicht, sind zwei Aspekte wichtig: Die Blickbeziehung direkt vom Eingang bis in den Garten, die wie ein Bühnenbild perspektivisch geplant wurde. Sie geht in die Tiefe, reicht aber ebenso über die fast 27 Meter Länge, vom Esszimmerüber die Halle bis in den Wohnbereich. Der berühmte Aufsatz von Josef Frank „Das Haus als Weg und Platz“ (1931 in der Zeitschrift Der Baumeister erschienen) lässt sich hier beispielhaft nachvollziehen. Die sanfte, aber bewusste Trennung von öffentlich nutzbaren Bereichen und privaten Räumlichkeiten, die sich auch über den zentralen Stiegenaufgang zeigt, wurde hier meisterhaft vollzogen. Gestaltungsmerkmale ziehen sich durch das ganze Haus, wie eben die Farbe Beige, die sich nicht nur im Wandputz, sondern auch in den Einbauelementen und Kästen wiederfindet oder die Farbe Grün, die der Gummiböden, ganz gleich, ob auf der Treppe, in der Küche oder den Räumen der Kinder oder Bediensteten. Diese zweite seitlich platzierte Schnellsteig-Treppe aus Metall führt bis ins Dachgeschoß und war auch vornehmlich zur Nutzung für die Dienstboten gedacht.

Gestaltungsmerkmale ziehen sich durch das ganze Haus, wie die Farbe Beige, die sich als Wandputz oder in den Einbauelementen und Kästen wiederfindet.
Die zum Teil noch originalen grünen Gummiböden begeht man auf der Schnellsteigtreppe, die auch das Personal benutzte. Fotos: Hertha Hurnaus


Im einstigen Musikzimmer, hinter der berühmten runden Fensteröffnung, hat man zwei Sofas rekonstruiert, die in Form und Farbe den ursprünglichen Polstermöbeln nachempfunden sind. Auch im zentralen Wohnraum finden sich nur wenige beispielhaft eingesetzte, freistehende Fauteuils. Die ganz bewusst zelebrierte Leere wird einzig von den Vorhängen aus Josef Franks für Svenskt Tenn entworfenen Leinenstoffen aufgelockert. Die raumhohen Stoffbahnen sind den einstigen Vorhängen nachempfunden, durch die Wahl der Frank-Stoffe mit üppigen Pflanzenmustern werden sie jedoch zum besonders farbgewaltigen Blickfang und erlauben es auch, die Öffnungen zwischen den Räumlichkeiten temporär zu schließen.
In Zukunft wird man auch im Haus übernachten können, ein Gästebereich mit einigen unterschiedlich dimensionierten Zimmern wurde von Christian Prasser mithilfe von Möbeln und Stoffen Josef Franks, die noch heute von Svenskt Tenn in Schweden produziert werden, ganz im Sinne Franks moderner Wohnwelt eingerichtet.

Die sanfte, aber bewusste Trennung von öffentlichen und privaten Bereichen, die sich auch über den zentralen Stiegenaufgang zeigt, wurde hier meisterhaft vollzogen. Foto: Hertha Hurnaus

Ein Blick in den Garten

Die Neugestaltung des Gartens auf Grundlage einer von Lothar Trierenberg an der Universität für Bodenkultur beauftragten Studie zur Befundung übernahm die Gartenarchitektin Maria Auböck und ihr Büro Auböck + Kárász Landscape Architecture. Im Garten waren über die Jahre kaum noch Informationen zu finden, die Rückschlüsse auf die einstige Bepflanzung erlaubt hätten, vieles war überwachsen oder durch die nächsten Generationen hinzugekommen. Sogar ein Grenzstein aus der Zeit des Biedermeiers konnte gefunden werden, waren hier einst doch zwei Parzellen zum aktuellen Grundstück zusammengeführt worden.
„Man weiß, dass es in Wien zur damaligen Zeit also in den späten Zwanzigerjahren und Anfang der Dreißigerjahre Kenntnis über die Gartengeschichte gab und gute Gärtnereien, tolle Kataloge und Pflanzenlieferungen, denn das Leben auf dem Rasen, auf der Terrasse und mit den Gartenmöbeln sollte möglichst bequem sein. Was aber nicht vorliegt, ist ein sogenannter Pflanzplan. Sodass anders als bei der gebauten Architektur die kreative Gartendenkmalpflege zum Einsatz kam“, erzählt Maria Auböck. „Natürlich hätte man versuchen können, den Zustand von 1931 aus den Fotos zu erahnen, aber da es sich um schwarz-weiß Fotos handelt, ohne Hinweis auf die Pflanzenfarben, haben wir in Zusammenarbeit und aufbauend auf die Boku-Studie eine Lösung mit Stauden und Obstbäumen gewählt, die man im Frühjahr in all ihrer Pracht wird erleben können“, ergänzt sie.

Aufwendig restauriert wurde auch der Originalbodens im Esszimmer mit seinem Schachbrettmuster aus Eiche, Palisander, Ahorn und Mahagoni, Stück für Stück demontiert und wieder eingebaut. Foto: Stefan Huger

Eine kulturelle Verpflichtung

Auch wenn das Haus nun öffentlich wird, sollen die Gäste das Wohnhaus als solches erleben, die Räume und dessen besondere Atmosphäre spüren können. Daher wird das Besuchsprogramm ausschließlich persönlich abgewickelt und bewusst auf digitale Vermittlung verzichtet. Auch Ausstellung wird es nicht geben.
Hingegen steht das Gespräch mit den Besucher:innen im Mittelpunkt. In Kleingruppen soll man deren Erfahrungen reflektieren können. Führungen auf Deutsch und Englisch wird es zur Architektur und Geschichte des Hauses ebenso geben wie zu den Architekten Frank und Wlach. Auch der Austausch mit Expert:innen ist geplant, zu Franks Textil- und Möbeldesign, zum zeithistorischen Kontext des modernen Umfelds wie zur Werkbundsiedlung, die Josef Frank initiiert hatte. Ein Besuch auch ohne Führung ist allerdings ebenso möglich, so ein expliziter Wunsch von Lothar Trierenberg. Jeder kann dann ganz für sich allein die Räumlichkeiten entdecken und erkunden, ein Buch in der Bibliothek zur Hand nehmen, ein Abendessen im Speisezimmer ausrichten oder in einem der Gästezimmer im Dachgeschoß ganz privat übernachten – auch außerhalb des geplanten Research and Artists in Residence Programms, denn auch Wissenschaft und Forschung sollen hier ihren Platz haben.
Auch eine Sammlung von Johannes Spalt aus dem Nachlass Josefs Franks und weitere Objekte werden in einem Archivraum im Untergeschoß zugänglich gemacht. Geplant sind ein jährliches Symposium sowie weiterführende Publikationen. Und angesichts der beeindruckenden Akustik wird auch, in Fortführung der kulturellen Intentionen seiner einstigen Erbauer, ein Veranstaltungsprogramm nicht fehlen, mit Musik, Tanz, Performances und künstlerischen Interventionen stets in Auseinandersetzung mit dem Haus. Ein Haus für alle also, das besucht und bewohnt werden darf.
Lothar Trierenberg und seiner beeindruckenden Leidenschaft und Präzision ist es zu danken, dass dieses Projekt Realität wurde und am 8. März 2026 mit einem Open House bei freiem Eintritt entdeckt werden kann.

Die Gästezimmer im zweiten Stock ganz im Stil und Geist von Josefs Franks blumig bespielter und farbenprächtiger Moderne laden zum Übernachten. Foto: Stefan Huger

Ein Glücksfall

Ein Glücksfall auch, dass Trierenberg in der glücklichen Lage ist, aufgrund Familieneigentums auch die nötigen Mittel zur Verfügung stellen zu können, um dieses Projekt überhaupt umsetzen zu können. Er gründete die Villa Beer Foundation, zum Zwecke der Rettung des Hauses, das im Eigentum einer Privatstiftung steht und somit die Finanzierung garantiert. Dass keine absolute Budgetgrenze definiert ist, erlaubt, vieles zu verwirklichen. Die Wahl des Architekten entschied Trierenberg emotional. „Ich habe Christian Prasser bereits zur allerersten Besichtigung mitgenommen, weil ich wusste, dass er der Richtige für diese Aufgabe sei. Er hat eine Tischlerlehre absolviert, ist Architekt und Innenarchitekt. Und er ist vor allem jemand, der zuerst die Lösung sieht, nicht das Problem.Und genau dies war bei einem so komplizierten Projekt notwendig.Wir haben alle Lösungsvorschläge mit Expert:innen, Restaurator:innen und Handwerkere:innn hinterfragt. Wenn à priori keine fertigen Konzepte vorliegen, nähert man sich dem Objekt und entwickelt Schritt für Schritt in der Praxis, nicht nur theoretisch im Kopf“.
Auf die Frage, wie Lothar Trierenberg überhaupt auf dieses Haus, dass damals schon länger auf dem freien Immobilienmarkt zum Verkauf stand, aufmerksam wurde, erzählt er: „Ich bin auf das Haus gestoßen, weil ich zufällig ein Büro in der Wiedner Hauptstraße 64 angemietet hatte und dort die Gedenktafel sah, die darauf verweist, dass der berühmte österreichisch-schwedische Architekt Josef Frank in diesem Haus gewohnt hatte. Aufgrund dieser Tafel begannen meine Mitarbeiter:innen und ich über Frank zu recherchieren und haben schließlich die Villa Beer entdeckt. Es war Zufall. Gedenktafeln machen Sinn“.

Am 8. März 2026 ist die Villa Beer in der Wenzgasse 12 in Wien Hietzing im Zuge eines Open House von 10:00 bis 18:00 Uhr zugänglich.
Nähere Informationen zum regulären Programm ab 11.März 2026 unter www.villabeer.wien

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Dr. Christine Mueller
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