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Das transdisziplinäre Festival Klima Biennale Wien 2026 bespielt auch den öffentlichen Raum: (No) Funny Games am Karlsplatz mit Kaorle von Margot Pilz (1982) Foto: Margot Pilz

Das transdisziplinäre Festival Klima Biennale Wien 2026 bespielt auch den öffentlichen Raum: (No) Funny Games am Karlsplatz mit Kaorle von Margot Pilz (1982) Foto: Margot Pilz

in nachhaltigkeit

Gegen die Sprachlosigkeit

Redaktionvon Redaktion
8.04.2026

Unter dem Leitmotiv Unspeakable Worlds befasst sich das spartenübergreifende Festival Klima Biennale Wien von 9. April bis 10. Mai mit jener komplexen Realität an der Schnittstelle zwischen Kunst, Klima und Gesundheit, die sprachlich kaum noch fassbar ist.

Auf dem Wiener Karlsplatz – ein Monat lang im öffentlichen Raum der Mittelpunkt des Festivals – ist ein Wal gestrandet. Im seichten Wasser des großen Brunnens vor der Kirche scheint er uns die unausweichlichen Klimaveränderungen in Erinnerung rufen zu wollen. (No) Funny Games vereint hier ortspezifische Arbeiten diverser Künstler:innen zwischen Idylle und Dystopie. So etwa holt Margot Pilz mit ihrem Kaorle am Karlsplatz aus dem Jahr 1982 nach vierzig Jahren eine vermeintliche Sommeridylle wieder in die Stadt zurück und bringt das Urlaubsflair des oberitalienischen Badeorts erneut nach Wien. Insgesamt wurden zehn künstlerische Interventionen an Hauswänden, Brücken, Plakatwänden und Bauten platziert, einige davon sind in Kooperation mit KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien, dem MuseumsQuartier, dem museum in progress sowie Calle Libre entstanden.
Die Zukunft sieht das Festival als eine bedeutende, nur gemeinsam bewältigbare und daher auch gemeinsam zu gestaltende Aufgabe, sodass auch das Programm auf starke Kooperationspartner:innen und ein Netzwerk aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft setzt. So präsentiert die Wirtschaftsagentur Wien konkrete Alternativen zur Nutzung des öffentlichen Raums und zeigt zehn Projekte, die sich mit dem Stadtraum auseinandersetzen, um etwa Freiräume in den Bezirken aufzuwerten, Nachbarschaften zu unterstützen oder die Stadt ökologisch weiterdenken.

Pump it up! Foto: Social Design/Angewandte
Sophie Bösker: Kanal Foto: Sophie Bösker, Social Design/Angewandte

Mehr als ein Festival

Die Reihe Immediate Matters kehrt erweitert auf die Klima Biennale zurück und berücksichtigt dieses Jahr zehn unabhängige Kunsträume mit deren kuratierten Beiträgen zu drängenden ökologischen und gesellschaftlichen Themen. Unter dem Titel Speak We Must We Must Speak zeigen 80 Kunststudierende der Universität für Angewandte Kunst und der Akademie der Bildenden Künste auf dem Badeschiff am Donaukanal Performances, Installationen oder diskursive Arbeiten, die eigens für die Klima Biennale entstanden sind.
An der Klima Biennale, deren Festivalzentrale im KunsthausWien zu finden ist, beteiligen sich mehr als 50 Institutionen mit einer ganzen Zahl an Programmpunkten in der ganzen Stadt.
Hierzu gehört etwa die Ausstellung Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures, in der Festivalzentrale, dem KunstHausWien, die sich mit den unterschiedlichen Bedeutungen der Begriffe Samen und Saatgut auch im Rahmen unsere Beziehung zur Erde und unserem kulturellen Erbe auseinandersetzt. Die 14 teilnehmenden Künstler:innen sehen im Saatgut den Ausgangspunkt zu Arbeiten zum Thema Migration und Kolonialismus, zum indigenen Wissen und Biodiversität ebenso wie zur regenerativen Zukunft.

Ausstellungsansicht: Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures, in der Festivalzentrale, dem KunstHausWien. Foto: Kunsthaus Wien, 2026

Bewusstsein fördern

Als transdisziplinäres Festival an der Schnittstelle zwischen Kunst und Klima, versteht die Klima Biennale Wien Zukunft als gemeinsame Gestaltungsaufgabe und fokussiert damit auf ein Netzwerk aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft, um mithilfe künstlerischer Arbeiten einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft zu leisten.
Das diesjährige Leitmotiv Unspeakable Worlds bildet den konzeptuellen Rahmen des Festivals, und damit jenen Raum, um über die auf unserem Planeten herrschende Klimakrise zu reflektieren und darüber, was unser zukünftiges Zusammenleben bietet, nämlich Raum für das Unsichtbare, das Subtile, für das Unaussprechliche, ebenso wie für Kriege oder Genozide aber eben auch für das Schöne, wie in der Natur – alles gleichermaßen unaussprechlich und nicht zu erklären. Die Klima Biennale sucht mittels Kunst bislang Unsichtbares sichtbar zu machen und Räume zu eröffnen, in denen Kunst, Design, Wissenschaft sowie soziale Thematiken über vertraute Wahrnehmungsmuster oder gewohnte Narrative hinausgehen können, um gemeinsam unsere kollektive Existenz zu überdenken und zu erforschen. Die Klima Biennale möchte zu Dialog und Reflexion einladen, eine gesellschaftliche Transformation anstoßen.
„Die gegenwärtige globale Dynamik politischer Eruptionen und eskalierender Klimakatastrophen lässt viele von uns sprachlos zurück. Umso dringlicher ist die Suche nach einer neuen Sprache – und nach erweiterten Räumen der Verständigung. Die Bewältigung der Klimakrise ist untrennbar damit verbunden, wie wir als Gesellschaft füreinander einstehen und das Leben als verwoben begreifen. Die Klima Biennale Wien ist mehr als nur ein Festival – sie ist eine Bewegung, sie ist ein Wir. Wir stellen Fragen, öffnen Räume für Visionen und begreifen Kunst als Werkzeug der notwendigen Transformation“, so die Festivalleiterin Sithara Pathirana.

Bis 9. Mai 2026 Nähere Informationen zum umfangreichen Programm der Klima Biennale Wien 2026 www.biennale.wien

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