Ein ganzes Jahr lang ist die Region Frankfurt Rhein Main offizielle World Design Capital 2026 und lädt ein, das Thema Design in all seinen Facetten hautnah zu erleben.
Zwölf Monate lang dreht sich in der gesamten Region alles um die großen Fragen unserer Zeit: Wie müssen öffentliche Räume konzipiert sein, damit sie einen Mehrwert für die Gesellschaft bieten? Wie können Architektur, Mobilität oder die Digitalisierung zu mehr Lebensqualität beitragen? Und welche Rolle spielt Design eigentlich für eine lebendige Demokratie? Rund 2.000 Projekte und Events, konzipiert und umgesetzt in Zusammenarbeit mit etwa 400 Kooperationspartner:innen stehen den Menschen aus dem RheinMain-Gebiet ebenso wie einem internationalen Publikum offen. Die zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und Mitmachaktionen stehen allesamt unter dem Motto Looking forward – das Morgen gemeinsam gestalten.
Entstanden ist ein vielseitiges und umfangreiches Event-Programm ergänzt durch zahlreiche Projekte, großer wie kleiner Kooperationspartner:innen wie Museen, Hochschulen, Stiftungen, Unternehmen, Initiativen und Vereine. Vom World Design Street Festival 2026, Modulen auf dem Kulturcampus Frankfurt Bockenheim über interkulturelle Kunstworkshops im Ledermuseum Offenbach bis zur Ausstellung „A Step Ahead – Mathildenhöhe Darmstadt at 125“, mit der das 125-jährige Jubiläum des Unesco-Welterbes Mathildenhöhe in Darmstadt gefeiert wird, steht eine reiche Vielfalt an Angeboten zur Auswahl.

Design als Werkzeug
Das große übergeordnete Ziel ist es, Design als Werkzeug für einen gesellschaftlichen Wandel erlebbar zu machen und damit vor allem auch für den Zeitraum danach eine nachhaltige Wirkung für die Region Frankfurt RheinMain anzustoßen. Deren Gestaltungspotenzial soll sichtbar werden und die unterschiedlichen Akteur:innen will man möglichst langfristig miteinander vernetzen. Das Projekt versteht sich als eine Plattform, die verschiedenen Initiativen eine Bühne bieten und Austauschformate für Diskussionen zu relevanten Themen ermöglichen soll. Neben vielen kleineren Events gibt es auch eine Reihe von WDC-Großveranstaltungen, die vom Organisationsteam selbst geplant werden wie etwa die Open-Design Week im Juni oder die „Policy Days“, die sich gezielt an politische Entscheidungsträger richten.
Dementsprechend erstrecken sich die Veranstaltungsorte auch über den Regierungsbezirk Darmstadt, mit den Hauptveranstaltungsorten in Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Hanau auch auf kleinere Städte und alles zielt darauf ab, alle Orte der Region miteinander in Verbindung zu bringen und damit sowohl externe als auch interne Perspektiven auf deren Entwicklung zu eröffnen. Die behandelten Themen sind vielfältig: mit monatlichen Themenschwerpunkten geht es um das Bauen und Wohnen, um Mobilität ebenso wie um Bildung und den öffentlichen Raum. Aber auch übergeordnete Bereiche wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und inklusive Gestaltung finden Berücksichtigung. Etwa wird ein klimaneutrales Lichtsystem auf einem Fahrradweg zwischen Frankfurt und Offenbach vorgestellt oder das Projekt „Street as a Runway“, das spielerisch in Workshops alternative Nutzungen des Straßenraumes erforscht.

Design für Demokratie
Vor allem aber widmet sich die „Design City Frankfurt Rhein Main“ jener Rolle, die Design in der Gesellschaft einnehmen kann. Unter dem Motto „Design for Democracy, Atmospheres for Better Life“ will man nicht nur ein temporäres Ereignis sein, sondern eine nachhaltige Wirkung für die Zukunft erzielen, indem man das Gemeinschaftsgefühl stärkt und politische Veränderungen anstößt. „Es soll definitiv nicht ein Jahr lang nur ein tolles Feuerwerk geben, auch wenn es durchaus schön ist, wenn uns ein ganz großes Festival gelingt und viele tolle Veranstaltungen stattfinden, es soll in erster Linie auch langfristig etwas bleiben“, unterstreicht Christina Sweeney die Direktorin des Bereichs Kommunikation für das Projekt WDC. „Wir hoffen langfristig eine Haltung, ein Gefühl der Gemeinschaft, in dieser Region wiederherzustellen, und hoffentlich damit bis in die Bereiche der Politik vorzudringen, damit sich Dinge verändern. Helsinki ist hierfür etwa ein gutes Beispiel. Dort hat man es geschafft, einen Chief Design Officer in die Stadtverwaltung zu integrieren, sodass auch Design von Anfang an in allen kommunalen Prozessen mitgedacht wird. Wenn wir etwas Vergleichbares in dieser Richtung schaffen, dann wäre damit schon sehr viel geschehen. Wir merken aber auch, dass es tatsächlich noch sehr viel Aufklärungsarbeit braucht, um zu erklären, welches auch demokratiepolitisches Potenzial Design eigentlich hat. Wir wollen vermitteln,dass Design weit über rein ästhetische Aspekte hinausgeht und als Werkzeug für gesellschaftliche Gestaltung und Problemlösung verstanden werden sollte“. Christine Sweeney hofft, dass man insbesondere durch die „Policy Days“ politische Entscheidungsträger:innen dazu anzuregen vermöge, notwendige Veränderungen auf einer höheren Ebene umzusetzen, trotz aller Skepsis, die gegenüber der politischen Bereitschaft bestehe und betont: „Die WDC 2026 versteht sich als partizipative Plattform – das bedeutet, dass letztlich nicht nur das Ergebnis zählt, sondern vor allem auch der Weg dorthin“.

Empfehlenswert
Main Light
Meist bleit die mögliche Verwendung regenerativer Energien im öffentlichen Raum ungenutzt oder zumindest unsichtbar, wodurch Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Mit Main-Light zeigen Tobias Trübenbacher und Andreas Lang, die das Projekt im Rahmen der WDC 2026 entwickelten, das eine autarke, klimaneutrale Beleuchtungslösung für den öffentlichen Raum durchaus auch in jeder Hinsicht Aufmerksamkeit verdient. Mittels innovativen Solarfolien, einer einfachen Installation ohne Stromleitungen und einem insektenfreundlichen Lichtspektrum haben die beiden eine nachhaltige Alternative geschaffen, die Ressourcen spart und Licht an bisher dunkle Orte bringt. Das Pilotprojekt wurde 2026 am Fahrradweg zwischen Offenbach und Frankfurt installiert und stärkt dort nun die Fahrradinfrastruktur.
von 7. Mai bis 30. Oktober 2026
Mathildenhöhe Darmstadt – A Step Ahead
Mit der Ausstellung „A Step Ahead / Einen Schritt voraus“ widmet sich das Institut Mathildenhöhe Darmstadt anlässlich des 125. Jubiläums der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe der Frage, wie Design, Architektur und Kunst gesellschaftliche Entwicklungen prägen, und zwar damals wie heute. In vier thematisch gegliederten Stationen nimmt die Schau die vier historischen Bauausstellungen von 1901, 1904, 1908 und 1914 in den Fokus. Originale Werke der angewandten und bildenden Kunst stehen dabei im Dialog mit zeitgenössischen internationalen Positionen aus Design und Kunst. Jeder Ausstellungsabschnitt wird dabei zum Resonanzraum für zentrale Themen wie Weltentwürfe, Gemeinschaft und Individualität, Identität und Soziales sowie Introspektion und Aufbruch.
6. Juni 2026 bis 31. Jänner 2027
Open – Design Week Frankfurt Rhein Main
Zehn Tage lang öffnen mehr als 100 Studios, Unternehmen, Hochschulen und Institutionen in der Region Frankfurt RheinMain ihre Türen. Im Rahmen der Open – Design Week Frankfurt RheinMain lässt sich entdecken, wie Gestaltung in der Praxis entsteht – von Handwerk und Kreativwirtschaft bis zu Forschung, Technologie und Industrie. Üblicherweise nicht zugängliche Orte können in diesen zehn Tagen entdeckt werden, es gibt die Möglichkeit, jene Menschen, die hinter den Ideen stehen, kennenlernen und man kann hautnah miterleben, wie Design neue Lösungen möglich macht.
5. bis 14. Juni 2026

Der 9. Kreativwirtschaftstag im Rahmen der Open –Design Week steht unter dem Leitmotiv „Creating Value“. Kompetenzen der Kreativbranche sowie ihr Wertschöpfungspotenzial möchte man hiermit sichtbar und für andere Branchen nutzbar machen. Vor allem im Bereich der Digitalisierung steckt großes Potenzial für Innovation, stoßen digitale Technologien wie KI und immersive Anwendungen doch disruptive Arbeits- und Kreationsprozesse an.
5. Juni 2026
WDC Campus
Der WDC-Campus ist ein zentrales Zukunftsprojekt der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 im Museum Angewandte Kunst. Unter dem Motto aus der WDC-Bewerbung Design for Democracy. Atmospheres for a better life bietet der WDC-Campus Studierenden, Absolvent:innen und Start-ups eine Plattform, zur Präsentation innovativer Projekte und Visionen für eine nachhaltige Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ebenso wie zur generationenübergreifenden Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und Kulturschaffenden. Der Campus ist Werkstatt, Labor, Diskursraum und Festival zugleich und bündelt junge Talente und deren kreative Energie, um Themen wie Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Mobilität, Governance und Demokratie interdisziplinär zu bearbeiten.
14. April bis 9. August 2026

Policy Days – Future Needs Design
Während der viertägigen World Policy Days wird World Design Policy Conference 2026 zum globalen Treffpunkt von Design, Politik und Wissenschaft, mit dem Ziel Design als Impulsgeber für gesellschaftliche und politische Herausforderungen zu verankern. Die Konferenz, die in Wiesbaden, Frankfurt und Offenbach stattfindet, ist in die Themenbereiche Politik, Verwaltung und Haltung unterteilt. Höhepunkt ist die Abschlussversammlung in der Frankfurter Paulskirche, die den Dialog mit der regionalen Politik anstoßen möchte. Dort wird auch das internationale Netzwerk der World Design Capitals mit den entscheidenden regionalen Akteur:innen zusammentreffen, um den WDC-Titel in der festlichen Convocation Ceremony an die nächste Welthauptstadt des Designs an Busan, Südkorea, zu übergeben.
11. bis 14. November 2026
Die World Design Capital® (WDC) ist eine Initiative der weltweit anerkannten, nichtstaatlichen World Design Organization (WDO)® zur Anerkennung von Städten, die Design als Motor für wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Fortschritt nutzen. Frankfurt RheinMain (Deutschland) erhielt den Titel für das Jahr 2026 mit dem Thema Design for Democracy. Atmospheres for a better life.
In den vergangenen Jahren wurden alle zwei Jahre folgende Städte ausgezeichnet: Turin (Italien), Seoul (Südkorea), Helsinki (Finnland), Kapstadt (Südafrika), Taipeh (Taiwan, Chinesisch Taipeh), Mexiko-Stadt (Mexiko), Lille Métropole (Frankreich), Valencia (Spanien) sowie zuletzt San Diego (USA) und Tijuana (Mexiko) als erste binationale Auszeichnung.
Hier geht es zum gesamten Programm der WDC 2026




