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„Es sollte nur ein Abriss und eine ‚kleinen Erweiterung‘ werden“, so die Architektin Laurène Baratterd - schließlich erhielt man lichtdurchflutete Betonstruktur. Foto: Jaques Populus

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in Unterwegs zuhause

Naturverbundene Auszeit gesucht?

Redaktionvon Redaktion
30.03.2026

„Es sollte nur ein Abriss und eine ‚kleinen Erweiterung‘ werden“, beginnt die Architektin Laurène Baratterd zu erzählen – aber letztlich gelang es ihr die Bauherr:innen Jacques und Françoise Populus zu überzeugen, den Bestand zu erhalten.

Als sie das erste Mal am Anwesen ankam, um sich alles anzusehen, prangte an dessen Einfahrtstor bereits eine Abrissbescheid. Sie trat ein und fand sich in einem großen Innenhof mit steinerner und Schiefer gedeckter Scheune vor einer Betonstruktur wieder, in der sich einst die Gärtnerei befunden hatte. Das zweigeschoßige Gebäude mit Flachdach zum Teil mit verputzter Fassade zum Teil aus Stein errichtet, beeindruckte sie sofort durch sein spannendes Betonskelett aus dem Jahr 1922. Der Architektin war sofort klar, die Bauher:innen davon überzeugen zu müssen, den luftigen Baukörper unbedingt zu erhalten.

De Architektin Laurène Baratterd erkannte, dass der ehemalige Gartenbaubetrieb, in der Großvater des Bauherrn einst Blumen gezogen hatte, einzigartig war und vor allem auch so einiges Potenzial für eine neue Nutzung versprach. Foto: Jaques Populus

Bestand versus Abriss

Laurène Baratterd erkannte, dass der ehemalige Gartenbaubetrieb, in dem Jacques‘ Großvater vor einem Jahrhundert Blumen gezogen hatte, einzigartig war und vor allem auch so einiges Potenzial für eine neue Nutzung versprach. Bereits in einer ersten Entwurfsskizze war erkennbar, dass das Objekt, entsprechend mit einer neuen Nutzung bestückt, besonders zur Geltung kommen würde. Es gelang Laurène die Bauherr:innen davon zu überzeugen, von einem Abriss abzusehen. Nicht zuletzt auch, weil nach Abbruch des in einer Schutzzone errichteten Bestands, an derselben Stelle kein Neubau mehr genehmigt worden wäre.

Der Übergang von der transparenten Betonstruktur in den Außenraum ist fließend. Man gelangt direkt auf eine großzügige Terrasse sowie in den üppig bewachsenen Garten. Foto: Jacques Populus

Die Architektin schlug vor, die lichtdurchflutete Betonstruktur zu erhalten und zum Mittelpunkt des Anwesens „L’Emballage“ (was soviel wie Verpackung oder Hülle bedeutet) zu machen. Sie entschied sich die Struktur zu erweitern und so zusammenzufügen, dass die einzelnen Baukörper miteinander zu einer Einheit verschmelzen.
Auf dem dicht bewachsenen weitläufigen Grundstück am Rande des Badeortes Paramé, einem Stadtteil der bretonischen Hafenstadt Saint Malo gelegen, hatte der Großvater des heutigen Besitzers in seiner Gärtnerei einst Freesien und Gerbera gezüchtet, die Blumen eigenhändig in Kisten verpackt und per Bahn nach ganz Frankreich versendet. Der heutige Name „L’Emballage“ inspiriert sich an eben diesen Zeiten ebenso wie an der transparenten Hülle dieses zweigeschoßigen Baukörpers, getragen von einer einprägsamen Konstruktion aus Betonträgern und -stützen, der nun als eindrucksvoller und raumgewaltiger Wohnraum genutzt wird.

Die eigentliche Herausforderung bestand darin, die markante Betonstruktur freizulegen und zu erhalten. Foto: Jacques Populus

Wege zur Nutzungsvielfalt

Da sich rasch herausstellte, dass die Eigentümer:innen selbst eine Vorliebe für Beton hatten, brauchte es wenig Überzeugungskraft, um den Erhalt als Erweiterungsbau zu beschließen und darin die eigentliche Hauptwohneinheit einzurichten. Die eigentliche Herausforderung bestand darin, die markante Betonstruktur freizulegen und zu erhalten. Heute bestimmt sie Architektur und Raumstruktur des Ensembles. Der klare Raster aus Balken und Stützpfeilern, bildet die Fassade mit ihren großzügigen Fensterfronten aus. Seine Ergänzung findet das Ensemble in der gegenüberliegenden historischen Scheune, in der man vier Schlafzimmer unterbrachte. Über einen gläsernen Verbindungstrakt gelangt man in das Hauptgebäude, wo sich zwei Doppelzimmer, ein Vierbettzimmer unter altem Giebelgebälk und drei Bäder befinden, die allesamt jeweils einem unterschiedlichen Farbkonzept folgen.

Im Hauptgebäude befinden sich ein Vierbettzimmer unter altem Giebelgebälk …
… und zwei Doppelzimmer, die allesamt jeweils einem unterschiedlichen Farbkonzept folgen. Foto:s Jacques Populus

Als lichtdurchfluteter Raum, der mehrere Nutzungen anbietet – von Wohnzimmer, und Küche, mehreren Essbereichen bis zu einer Galerie mit Bibliothek und Lounge – zeigt sich heute die einstige Verpackungshalle. Beton, Aluminium und Holz prägen den Charakter dieses spannend strukturierten Raumes. Dessen zeitgenössisches, minimalistisches Mobiliar, ausgewogen, aufeinander abgestimmte Farben und Materialien sowie ein kluges Beleuchtungskonzept, sorgen trotz des offenen Grundrisses für eine durchaus behagliche Atmosphäre.

Die Struktur wurde erweitert und so zusammengefügt, dass die einzelnen Baukörper …
… miteinander zu einer Einheit verschmolzen. Foto: Jacques Populus

Der Übergang von der transparenten Betonstruktur in den Außenraum ist fließend. Man gelangt direkt auf eine großzügige Terrasse sowie in den üppig bewachsenen Garten, der auch noch weitere Aufenthaltsflächen anzubieten hat. L’Emballage ist eine Einladung, abseits allen Trubels, diese ruhige grüne Oase vollends zu genießen. Und wer im Meer schwimmen gehen möchte, kann dies nach knapp zehn Minuten zu Fuß am Plage de Rochebonne. In die Altstadt mit ihrer imposanten, begehbaren Stadtmauer braucht man mit dem Bus etwa 15 Minuten und der spektakuläre Mont Saint Michel liegt eine Autostunde entfernt. Zwei Fahrräder, ein Tischtennistisch laden außerdem zu Bewegung ein. L’Emballage ist ein ganz besonderer Ort und idealer Ausgangspunkt, für einen sommerlichen Besuch der Bretagne, wo auch das Genießen einer inspirierenden naturverbundenen Auszeit zum ganz besonderen Erlebnis wird.

www.urlaubsarchitektur.de
L’Emballage

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