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HochAcht sieht zwar auf den ersten Blick wie eine Leiter aus, und ist dabei doch auch ein Sitzobjekt. Foto: Nils Holger Moormann

HochAcht sieht zwar auf den ersten Blick wie eine Leiter aus, und ist dabei doch auch ein Sitzobjekt. Foto: Nils Holger Moormann

in interior

Setz dich doch!

Redaktionvon Redaktion
24.09.2026

Acht Sprossen widerspiegeln ein klare Haltung, denn diese Leiter ist nicht nur zum Klettern da. Entworfen hat dieses nützliche Objekt Cecilie Manz im Jahr 2000.

HochAcht gelang es sich seit bereits 25 Jahren in der Moormann-Kollektion klar zu behaupten. Es sieht zwar auf den ersten Blick wie eine Leiter aus, und ist dabei doch auch ein Sitzobjekt. HochAcht markiert damit nicht nur einen frühen Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der dänischen Designerin, sondern ist längst zum Archetyp für das Denken bei Moormann geworden: denn HochAcht ist sperrig, eigenständig und funktional – und zeigt dabei auch eine gewisse Neigung zur Subversion. 

HochAcht lehnt zwar wie eine Anlegeleiter an der Wand, hat aber auch eine andere Funktion zu bieten: …
… Die zweite Stufe wird zur Sitzfläche und die dritte zur Rückenlehne. Fotos: Nils Holger Moormann

Eine Leiter zum Sitzen

Räume sind hybrider, Möbel fluider geworden und so kommt auch HochAcht eine neue Relevanz zu. Denn das gute Stück lehnt zwar wie eine Anlegeleiter an der Wand, hat aber auch eine andere Funktion zu bieten: Die zweite Stufe wird zur Sitzfläche und die dritte zur Rückenlehne. Die oberste Stufe ist ein wenig tiefer und mit einem Lederkeder versehen, um die Wand zu schützen. Sie wird zur praktischen Ablagefläche, und eignet sich etwa ideal für Bücher. Aus unbehandelter heimischer Esche gefertigt, punktet HochAcht durch eine helle und ruhige Oberfläche, deren natürliche Maserung sichtbar bleibt. Mit seiner eigenwilligen Typologie fordert HochAcht unsere Vorstellung von Komfort, Ordnung und Norm heraus. Es bleibt unzeitgemäß, und ist gerade deshalb wieder aktuell. 

„Ich dachte mir: Wenn man nur zwei Stufen etwas verändern würde – leicht gebogen, etwas tiefer –, …
könnte die Leiter einen viel besseren Sitz bieten. Und das, ohne ihre Hauptfunktion zu verlieren„, so die Designerin. Fotos: Nils Holger Moormann

Ordnung und Komfort

„HochAcht war mein erstes Projekt, das in Serie ging“, erzählt Cecilie Manz. „Nils Holger Moormann hat mich damals einfach angerufen und gesagt: ‚Gefällt mir – wir werden wahrscheinlich nichts daran verdienen, aber lass es uns trotzdem machen!‘ Für mich war das ein prägender Moment: gleich beim ersten Kontakt mit einem Hersteller so viel Leidenschaft, Engagement und Integrität zu erleben. Inspiriert haben mich Beobachtungen aus dem Alltag: Menschen, die beim Äpfelpflücken auf einer Leiter eine Pause einlegen, Arbeiter auf der Straße oder jemand, der ein Buch aus dem obersten Regal holt. Ich dachte mir: Wenn man nur zwei Stufen etwas verändern würde – leicht gebogen, etwas tiefer –, könnte die Leiter einen viel besseren Sitz bieten. Und das, ohne ihre Hauptfunktion zu verlieren.“ 
HochAcht ist mittlerweile seit 25 Jahren Teil der Kollektion und zeigt mustergültig, dass es bei Moormann nie nur um kurzfristige Verkaufszahlen geht. Hingegen prägt gerade ein solch unkonventioneller Entwurf die Identität des Unternehmens. Ein Möbelstück, das den Alltag subtil verändert und dabei bis heute seine Relevanz bewahren konnte. 
Maße in cm 
Höhe: 238,0 Breite: 51,0 Tiefe: ca. 92,0 

Cecilie Manz, wurde 1972 in Dänemark geboren. Sie lebt und arbeitet in Kopenhagen. Nach ihrem Studium an der Royal Danish Academy of Fine Arts und der University of Art and Design in Helsinki gründete sie 1998 ihr eigenes Studio. Cecilie Manz zählt zu den einflussreichsten Designerinnen Europas. Sie gestaltet industriell gefertigte Produkte, experimentelle Prototypen und skulpturale Einzelstücke. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bruno Mathsson Preis, dem Crown Prince Couples Cultural Award sowie dem Titel Designer of the Year (Maison&Objet, 2018). 

www.moormann.de

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