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Akademie der Bildenden Künste Wien am Schillerplatz, errichtet 1872-77 nach den Plänen von Theophil Hansen. Foto: Helmut Wimmer

Akademie der Bildenden Künste Wien am Schillerplatz, errichtet 1872-77 nach den Plänen von Theophil Hansen. Foto: Helmut Wimmer

in sehenswert

Theophil Hansen in Wien – eine Architekturführung

Redaktionvon Redaktion
2.02.2026

Für Schnellentschlossene gibt es am 7. und 14. Februar jeweils um 09:30 Uhr die Gelegenheit, an einer Führung von architectural tours vienna zu Bauten des Ringstraßenarchitekten Theophil Hansen teilzunehmen.

Schlendert man durch Wien, so kommt man unweigerlich an einer ganzen Reihe der Bauten von Theophil Hansen vorbei: etwa an der Börse, dem Musikverein, dem Palais Epstein, der Akademie der Bildenden Künste oder dem Parlament.
Der vor 135 Jahren in Wien verstorbene Theophil Hansen (*1813 in Kopenhagen, +1891 in Wien) gilt als einer der renommiertesten Architekten der Wiener Ringstraße. 1846 war er aus Athen auf Einladung von Ludwig von Förster nach Wien eingeladen worden, mit diesem eine Ateliergemeinschaft einzugehen, aus der eine Reihe von Miethäusern, Villen und Kirchen hervorgingen. Nach 1852, jenem Jahr in dem die Partnerschaft aufgelöst wurde, verblieb Hansen als selbstständiger, in der Folge sehr erfolgreich tätiger Architekt in Wien. So etwa erhielt er 1857 den Auftrag von Baron Sina, den Straßentrakt der griechisch-orthodoxen Kirche am Fleischmarkt (Wien 1) zu errichten. Für seine Bauten – bis dahin vornehmlich Militär- und Sakralbauten – hatte er vornehmlich byzantinisierende Formen eingesetzt. Für den Wohnbau allerdings erschien ihm das Formengut der Renaissance als besser geeignet, und setzte dieses erstmals 1859 beim Entwurf des Palais Sina (Wien 1) ebenso wie bei der 1860 folgenden Schule der evangelischen Gemeinde am Karlsplatz (Wien 4) ein. In der Folge wurde Hansen zum führenden Architekten der Neorenaissance, der, auch als „Wiener Stil“ bekannt, den repräsentativen, palaisartigen Wohnhausbau der Zeit prägte und damit zum damals richtungweisenden Stil des Miethausbaus avancierte.

Akademie der Bildenden Künste Wien, Eingangsportal am Schillerplatz
Akademie der Bildenden Künste Wien, Aula Fotos: Helmut Wimmer

Hansen war ein viel beschäftigter, auch international erfolgreicher Architekt für eine Auftraggeberschaft, die vornehmlich aus dem finanzkräftigen Großbürgertum kam. Eine Anerkennung durch einen Auftrag für einen staatlichen Monumentalbau fehlte ihm bis dahin, bis er 1864 den Auftrag für das Musikvereinsgebäude gewinnen konnte (Wien 1). Dennoch war es ihm als Ausländer nicht gelungen, eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste zu erlangen, die ihm die österreichische Staatsbürgerschaft gebracht hätte und damit die Möglichkeit, selbst Einreichungspläne einzureichen. So mussten diese bislang von einem konzessionierten Baumeister unterfertigt werden. 1866 verlieh man ihm schließlich doch die ersehnte österreichische Staatsbürgerschaft mit Heimatrecht in Wien. Er wurde nur zwei Jahre später zum Akademieprofessor ernannt, mit dem Titel und Rang eines Oberbaurats. Damit folgten 1869 auch endlich die bis heute sein Werk charakterisierenden Großbauten wie das Parlamentsgebäude, die Börse (1868) und die Akademie der bildenden Künste (1872).

Theophil Hansens vielfältiges Schaffen prägt die Intention, die eingesetzten ornamentalen, figuralen und farbigen Gestaltungselementen zu einer möglichst künstlerischen Einheit in der Innen- und Außengestaltung zusammenzuführen, sodass Hansen als bedeutender Vertreter des Historismus auch als einer der ersten und konsequenten Vertreter des Gesamtkunstwerks gesehen wird.

Die Führung startet bei der Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz 3
7. Februar und 14. Februar jeweils von 9:30 bis 12:00

Der Spaziergang konzentriert sich auf Theophil Hansens Bauten für Bildung, Kunst und Religion und führt von der Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz über die Evangelische Schule am Karlsplatz bis zur griechisch-orthodoxen Kirche am Fleischmarkt.

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Veranstaltet wird die Führung von architectural tours vienna (Felicitas Konecny)

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