Fabian Finks hölzerne „Strichmännchen“ scheinen im flüchtigen Vorübergehen plötzlich etwas überrascht innezuhalten, und dabei dennoch scheinbar mühelos und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit einen Lampenschirm zu balancieren.
Sie wirken als hätte man sie aus ihrer gerade noch dynamischen Bewegung herausgerissen und es verwundert, wie wenig es braucht, um menschliche Züge in ihnen zu erkennen. Auch wenn es nicht sofort klar ist, ob es sich hierbei um ein Designobjekt oder doch eher um eine Skulptur handelt, der Künstler jedenfalls scheint viel Spaß an deren Gestaltung und diesem heiteren Verwirrspiel zu haben.
Die ersten „Ghost-Lampen“ entstanden 2017 während eines Stipendienaufenthalts in Indonesien. Inspiriert von der javanischen Kultur der Geister entwickelte Fink die Figur Hantu. Das Wort Hantu bedeutet „Geist“ oder „Gespenst“ und meint damit übernatürliche Wesen. In der malaiischen Kultur spielen Geister und übernatürliche Phänomene eine bedeutende Rolle, und viele Geschichten und Mythen drehen sich um diese geheimnisvollen Wesen.
Holz ist einfach schön
Damals verwendete Fink Holz aus Abbruchhäusern und Baustellen sowie Kokosnüsse für den Kopf. Die Figuren, die alle ein wenig unterschiedlich gestaltet sind, widerspiegeln auch seine Vorliebe für das Material Holz. Diese für den Alltagsgebrauch gedachten künstlerischen Objekte bedienen sich dabei einer erheiternden und erfrischenden Leichtigkeit. Sanfte Kurven bestimmen die Körperhaltung und ausdrucksstark bewegte Arme und Beine treffen auf einen kugelförmigen Kopf ,ursprünglich eine Kokosnuss, mit zwei Löchern für die Augen. Für die Ausstellung „Palmen in Wind“ haben Fabian Fink und Jakob Posch im Winter 2022 die Figur des Hantu neu interpretiert und in einem gemeinsamen Prozess entstand eine Serie verspielter Hantu-Lampen. Aus heimischem österreichischem Holz gefertigt, sollten die Lampen warmes Licht ausstrahlen, und damit freundliche Geister anziehen.

Es muss mir Spaß machen
„Die menschliche Figur war für mich immer wichtig“, erzählt Fink. „Schon als Kind habe ich gerne Männchen gezeichnet, aber das ist ja naheliegend!“
Fabian Finks Arbeit ist auch gekennzeichnet durch seine Vorliebe am Experimentieren. Er setzt immer wieder andere Materialien und Techniken ein wie Plastilin, Gips, Gussmaterialien, Kunststoffe wie Polystyrol oder Bronze. Sein liebstes Material aber bleibt Holz. „Ich habe den Anspruch, dass es mir selbst Spaß machen muss. Und Holz ist einfach so schön! Es riecht sehr gut, staubt nicht und macht weder trockene noch fette Hände. Außerdem ist das Schnitzen eine schöne, meditative Tätigkeit, die in ihrer Rhythmik teilweise in Richtung Trommeln geht“, ergänzt er.
Für die neue Variante seiner Tischlampen verwendet Fink nun verschiedene Hölzer und Köpfe aus Keramik – gefertigt von der Künstlerin Agnieszka Baginska. Dank kleiner Magnete lassen sich die vier einzelnen Papierblätter, aus denen sich die Lampenschirme zusammensetzen, je nach Wunsch austauschen und man kann zwischen einer vom Künstler bemalten oder einfach neutral weißen Variante wählen. Mit den Maßen 40 x 75 cm passen die Leuchten auf jedes Tischchen und eigen sich etwa perfekt dazu, als künstlerisches Duett das Sofa zu flankieren und dabei auch noch bei der sanften aber effektvollen Beleuchtung des Raumes nützlich zu sein.
Fabian Fink lebt und arbeitet als Künstler in Wien. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien und war artist in residence in Budapest (2005), Paris (2008), Yogyakarta (2012), Berlin (2014) und Varanasi (2015). www.fabianfink.com
Käuflich zu erwerben sind die Lichtobjekte in der Wiener Galerie Jünger (Preis zwischen 1.540 und 1.760 Euro), wo bis Mitte Februar 2026 auch die Ausstellung „Fabian Fink: Starter“ zu sehen ist. www.galerie-juenger.at






