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Ein Dokumentarfilm stellt die Basler Architektin Barbara Buser vor, die durch ihre Weitsicht, ihren Durchsetzungswillen und ihre unbändige Schaffenskraft beeindruckt. Filmstill/Sulaco Film

Ein Dokumentarfilm stellt die Basler Architektin Barbara Buser vor, die durch ihre Weitsicht, ihren Durchsetzungswillen und ihre unbändige Schaffenskraft beeindruckt. Filmstill/Sulaco Film

in sehenswert

Barbara Buser: Bestehendes weiterdenken

Christine Müllervon Christine Müller
26.02.2026

Der Film Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit – ist der Schweizer Architektin gewidmet, die sich der Erhaltung des Bestands und dem Bauen mit recyceltem Material verschrieben hat. Am 16. April startet er vorerst leider nur in Kinos der Deutschschweiz.

Der Dokumentarfilm von Gabriela Schärer, vermittelt Erstaunliches zu dieser Ausnahmeerscheinung, er inspiriert und regt zum Nachdenken an – und das mit viel Schwung, Humor und Leichtigkeit. Mit ihrem filmischen Porträt stellt Schärer eine Architektin vor, die eine Abwendung von einer Architektur im Dienste optimierter Rendite und Ausnützung bedeutet. „Man muss davon wegkommen Häuser als Finanzanlage zu sehen und den Leuten erklären, dass es auch noch etwas anderes gibt als nur Profit und materielle und finanzielle Rendite“, sagt Buser.

Die preisgekrönte Basler Architektin Barbara Buser beeindruckt durch ihre Weitsicht, ihren Durchsetzungswillen und ihre unbändige Schaffenskraft. Sie bewahrt Gebäude vor dem Abriss und baut sie unter Verwendung recycelten Materials um. „Barbara Buser hat in Basel mehr Gebäude vor dem Abriss gerettet, als Herzog & de Meuron hier gebaut haben“, wird im Film gesagt. Einstige Industrieareale verwandelt sie in urbane Lebensräume, die zeigen, dass ein sorgsamer Umgang mit unserer Umwelt sowie ein Miteinander der einzige zukunftsweisende Weg sind. „Ich habe das Gefühl, ich bin nicht nur berechtigt einzugreifen, gegen etwas zu kämpfen, ich habe sogar eine Verpflichtung das zu tun“, ist Buser überzeugt. Sie wurde bereits mit vielen wichtigen Architekturpreisen ausgezeichnet und ist als Visionärin Gast an Forschungszentren Schweizer Universitäten ebenso wie an Bildungsstätten weltweit.

Barbara Buser geht beharrlich ihren eigenen Weg und ist damit auch Vorbild für jene junge Generation, die sich für eine nachaltigere und gerechtere Welt engagiert. Foto: Filmstill/Sulaco Film

Bestand transformieren

Als erfolgreiche Frau in einer Männerdomäne, die beharrlich ihren eigenen Weg geht, ist sie Vorbild für die junge Generation, die sich für eine nachhaltigere und gerechtere Welt einsetzt. Barbara Buser zeichnet für die Umgestaltung weitläufiger Areale, öffentlicher Räume, Häuser und Plätze verantwortlich, die sie in Winterthur, Basel oder Zürich in lebendige und zukunftsweisende Begegnungsorte transformierte. Ihr Studium absolvierte sie an der ETH Zürich. In Kooperation mit der Technischen Hochschule war sie im Sudan und Tanzania tätig, bevor sie begann ihre Visionen für zukünftiges Bauen in der schweizerischen Heimat umzusetzen. Diese frühen Arbeitsaufenthalte haben sie gelehrt, mit knappen Ressourcen bauen zu können und hieraus hat sich schließlich auch ihre Überzeugung begründet, bestehende Bauten nicht als Last wahrzunehmen, sondern als Ressource. Bereits seit dessen Gründungsjahr 1995 steht die Bauteilbörse Basel gleichbedeutend für Wiederverwendung. Mit ihrem baubüro in situ schafft Buser Architektur, die Bestandsbauten transformiert und nicht ersetzt – und dabei stets auf den Dialog von Ort, Geschichte und Nutzung setzt.

Buser zeigt anhand von Umnutzungen, Wiederverwendung und einer sozialen Vision wie eine neue Baukultur aussehen kann. Mit ihren Projekten gelingt es ihr zu vermitteln, dass nachhaltiges Bauen nicht zwangsläufig mit Verzicht einhergehen muss, sondern dass es gelingen kann, Kreativität freizusetzen, indem man Bestehendes weiterdenkt, weiterbaut und weiterlebt.
Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Film für Architekt:innen und Architekturliebhaber:innen sondern für all jene, die sich dafür interessieren, wie wir alle verantwortungsvoll mit unserem baulichen Erbe umgehen können.

Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit, Regie: Gabriela Schärer, 120 Minuten, Schweiz, 2025, Verleih: First Hand Films

Seine Premiere feierte der Film im Jänner dieses Jahres im Rahmen der Solothurner Filmtagen 2026
Ab April 2026 schweizweit im Kino

TIPP
Am 9. April 2026 um 18:00 Uhr lädt das Architekturzentrum Wien zu einem Grundsatzvortrag von Barbara Buser „Erhalten Nachnutzen Weiterbauen„. Die mehrfach ausgezeichnete Schweizer Architektin zeigt Wege vor, wie linear geplante Architektur in den Kreislauf zurückfinden kann: „In Afrika habe ich gelernt, dass der Abfall des einen der Rohstoff für den anderen ist.“ 


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