Während Wien in diesen Tagen um den Tod des 96-jährigen Künstlers Arnulf Rainer trauert, kann es sich gleichzeitig über die Einweihung der beeindruckenden Kunstinstallation “Unendlichkeit des Lichtes” von Billi Thanner freuen, die zu Recht zu den zeitgenössischen Highlights der Stadt zählen wird.
Die Aluminiumskulptur der Wiener Künstlerin zeichnet das Symbol der Unendlichkeit nach und umschließt knapp unter deren Spitze die beiden hohen Türme der neugotischen Votivkirche, der bedeutenden katholischen Kultstätte Wiens nahe des Rings, im Bereich des Schottentors.
Das filigrane, leuchtende und – gelinde gesagt – schwindelerregende Objekt scheint frei im Raum zu schweben, ohne die beiden monumentalen, 99 Meter hohen Zwillingstürme zu berühren, die von der Endlosschleife umschlossen werden. Der visuelle Effekt in der Dämmerung und in den Nachtstunden ist wirklich bemerkenswert.

Der Himmel über Wien
„Geboren auf der Erde und aufgewachsen auf der Erde” lebt und arbeitet Billi Thanner (Jahrgang 1972) als Weltenbürgerin, die bewusst über politische Schranken hinaus denkt.
“Licht ist für mich das Leben. Und irgendwann kam der Impuls, die Unendlichkeit im Licht sichtbar zu machen – nicht abstrakt, sondern real im Stadtraum„, erzählt sie, “als räumliche Metapher für Kontinuität, Balance und Verbindung”. Das Motiv der Unendlichkeit ist für Thanner kein fernes, metaphysisches Konzept, sondern etwas zutiefst Menschliches.
Billi Thanners Vorliebe, sich vom irdischen Boden zu entfernen, konnte man bereits 2021 kennenlernen, als sie ihre leuchtende “Himmelsleiter” am 136 Meter hohen Südturm des Wiener Stephansdoms installierte. Bis 2028 ziert diese nun den 90 Meter hohen Kirchturm der St. Lamberti-Kirche in der Altstadt von Münster.

Der liegende Achter mit 4.900 Led-Punkten, der die beiden Türme der Wiener Votivkirche umschlingt und sich aus der Entfernung filigran ausnimmt, erreicht mit über eine Länge von 70 Metern bei einem Gewicht von etwas mehr als einer Tonne durchaus beachtliche Ausmaße. Zu sehen ist die Installation der Votivkirche vorerst bis zum 1. August 2026.
Statik: kppk ZT GmbH
Lichtplanung: Lichtprojekt Aigner & Wöber GmbH




