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Serpentine Pavilion 2022, Black Chapel, entworfen von Theaster Gates. Rendering, Innenansicht. Copyright: 2022 Theaster Gates Studio / Courtesy Serpentine

Serpentine Pavilion 2022, Black Chapel, entworfen von Theaster Gates. Rendering, Innenansicht. Copyright: 2022 Theaster Gates Studio / Courtesy Serpentine

in ausstellung

Wer gestaltet den Serpentine Pavillon 2022?

Christine Müllervon Christine Müller
7.02.2022

Erst kürzlich wurde das Geheimnis gelüftet: Der US-amerikanische Konzeptkünstler Theaster Gates, der in Chicago lehrt und lebt, stellte seinen Entwurf „Black Chapel“ für den 21. Serpentine Pavillion vor.  Realisiert wird der Pavillon mit der architektonischen Unterstützung von Adjaye Associates, eröffnen soll er am 10. Juni 2022.

Gates inspirierte sich bei seiner meditativen Interpretation des Kunsterlebnis formal an den großen Brennöfen von Stoke-on-Trent, dem Zentrum der britischen Töperindustrie. Er sieht den Pavillon somit auch als eine Art Hommage an die britischen Handwerks- und Fertigungstraditionen. Errichtet wir der ephemere Baukörper vor allem in Holz, eine gewisse Spiritualität strahlt er durch seine Form aus, inklusive Glocke. Neben dem Eingang des eines kleinen Kapelle ähnelten Baus wird eine funktionstüchtige Glocke aus der demolierten St. Laurence Church in Chicagos South Side die zahlreichen Performances und Events einläuten. Über eine kreisrunde Öffnung fällt Tageslicht von oben ein, das ein stimmungsvolles fast sakrales Ambiente unterstützt und zu Reflexion sowie gemeinschaftlichen Aktivitäten einlädt. Mit Black Chapel entsteht eine Plattform für Partizipation und Live-Performances, wobei der Schwerpunkt auf Musik und öffentlichem Engagement liegen soll. Gates’ Objekt reiht sich in sein bisheriges Werk, das durch urbane und architektonische Interventionen Raum zu generieren sucht.

Serpentine Pavilion 2022, Black Chapel, entworfen von Theaster Gates. Rendering, Aussenansicht. Copyright: 2022 Theaster Gates Studio / Courtesy Serpenti

Raum emotionaler Kraft
„Der Name Black Chapel ist wichtig, weil er die unsichtbaren Elemente meiner künstlerischen Praxis widerspiegelt. Sie würdigt die Bedeutung, die die sakrale Musik und die sakralen Künste in meiner künstlerischen Praxis gespielt haben, ebenso wie die kollektive Qualität dieser emotionalen und gemeinschaftlichen Initiativen. Black Chapel deutet auch darauf hin, dass es in Zeiten wie diesen einen Raum geben könnte, in dem man sich vom Druck des Tages erholen und Zeit in Stille verbringen kann. Ich wollte schon immer Räume bauen, die die Kraft von Klang und Musik als Heilsmechanismus und emotionale Kraft berücksichtigen, die es den Menschen ermöglicht, in einen Raum tiefer Reflexion und Teilnahme einzutreten“, erläutert Theaster Gates sein Konzept. Ein Versuch also Kunst und Geist zu verschmelzen.
Themen, die Gates, wie gesagt, sehr am Herzen liegen. Denselben Titel trug bereits 2019 ein Werk Gates, das er im Auftrag von Okwui Enwezor, dem 2019 verstorbenen damaligen Direktor des Haus der Kunst für dessen Atrium ausgeführt hatte.

Bedeutende Stimme unserer Zeit
Den ganzen Sommer über werden im Serpentine Pavillon 2022 zahlreiche Veranstaltungen wie die Park Nights, die interdisziplinären Live-Begegnungen mit Musik, Poesie und Tanz, sowie die Bildungs- und Bürgeraktivitäten der Serpentine Gallery stattfinden, darunter auch Familienworkshops und der sogenannte „Community Day“.

Theaster Gates Foto: Sara Pooley

Die Wahl des diesjährigen Gestalters des Serpentine Pavillons trafen der künstlerische Leiter der Serpentine Gallery, Hans Ulrich Obrist, die Geschäftsführerin Bettina Korek, Julie Burnell als Direktorin für Bau und Sonderprojekte, Yesomi Umolu, die Direktorin für kuratorische Angelegenheiten und öffentliche Praxis, die Projektkuratorin Natalia Grabowska gemeinsam mit den Beratern Sir David Adjaye OBE und David Glover. 
„Wir fühlen uns geehrt, den bemerkenswerten Entwurf des bildenden Künstlers Theaster Gates, eine der bedeutendsten Stimmen unserer Zeit, umsetzen zu können. Gates‘ Werk verbindet Formalismus, Konzeptualismus und verfügt über eine starke Wirkung, die in den Gemeinschaften, in denen er tätig wird und darüber hinaus zu spüren ist“, erklärten Hans Ulrich Obrist und Bettina Korek, und sagten weiter: „Wir freuen uns darauf, Besucher:innen in der Black Chapel als Plattform für Engagement, Spiritualität und Solidarität begrüßen zu dürfen„. Der Pavillon wird zunächst in Kensington Gardens stehen, soll aber später an einen fixen Standort im Londoner Stadtgebiet verlegt werden. 

Hauptsponsor des diesjährigen Pavillons ist der Investmentbankingriese Goldman Sachs Group Inc.
Zur Ausstellung erscheint ein illustrierter Katalog mit Beiträgen führender Autoren, Dichtern sowie Kunst- und Architekturspezialisten.

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