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Der behutsam restaurierte toskanische Palazzo in Montisi, Umberto 121, bietet 5 Gästezimmer, in denen maximal 10 Personen Platz finden können. Foto: Meritxell Arjalaguer

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in Unterwegs zuhause

Willkommen in der Entschleunigung

Christine Müllervon Christine Müller
15.12.2025

Warum nicht inmitten der mittelalterlichen Architektur rund um die kleine Stadt Motalcino urlauben, in Montisi inmitten einer der malerischsten Landschaften der Toskana, die weit mehr als ihren berühmten Rotwein zu bieten hat?

Im berühmten Val d’Orcia gelegen gehört der Landstrich Montalcino zum Unesco Weltkulturerbe und hat weit mehr zu bieten als seinen berühmten Wein. Mit seinen rund 6.000 Einwohnern liegt Montalcino auf einem Hügel und eröffnet einen beeindruckenden Rundumblick. Etwa zwei Autostunden sind es in das 80 Kilometer entfernte Florenz, 30 Kilometer nach Siena. Aber auch die Region selbst überwältigt durch ihre Bestandsarchitektur, eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft mit Weingärten, Zypressen und Olivenhainen. Es gibt also Grund genug, hier Station zu machen.
Festungsanlagen und mittelalterliche Dorfstrukturen, sind auf den Hügelkuppen errichtet in die Landschaft eingestreut, und offerieren wie die nahen Städte Pienza und Montalcino oder das etwa 25 Kilometer entfernte kleine Montisi, in einer Zeit der alles beherrschenden Alltagshektik, eine erholsame Oase der Entschleunigung.

Die Ursprünge des im historischen Zentrum von Montisi gelegenen Ferienhauses Umberto121, reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Foto: Meritxell Arjalaguer

Inspirierender Kraftort

Wer also Ruhe und Entspannung sucht, und vor den Herausforderungen des kommenden Jahres noch einmal Kraft tanken möchte, ist hier genau richtig. Im historischen Zentrum von Montisi liegt das Ferienhaus Umberto121, dessen Ursprünge bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Seine mittelalterlichen Mauern, imposanten Fresken aus dem 19. Jahrhundert und Terrazzoböden aus den 1930ger Jahren machen die Spuren der Zeit sichtbar und lassen dabei gestern und heute auf spektakuläre und doch angenehm unaufdringliche Weise miteinander verschmelzen. Neben Umberto 121 gibt es auch eine mediterrane Gartenanlage, die einen weiten Blick in die umliegende Hügellandschaft freigibt.
Als die spanische Journalistin Idoia Ruiz Orrio und ihr italienischer Partner Marco De Pietro im Sommer 2020 dieses architektonische Juwel entdeckten, war ihnen schnell klar, dass sie dem Bau neues Leben einhauchen wollten. Die möglichst einfühlsame Renovierung sollte die Geschichte des Hauses ablesbar lassen. Nur einige Monate später zog das Paar samt ihrer zwei Töchter von Barcelona nach Montisi. Diese Entscheidung haben sie nie bereut, und genießen seither das ruhige Leben auf dem Land.

Auch der Blick in die umgebende Landschaft mit ihren mittelalterlichen Dorfstrukturen und sanften Hügeln ist eine Einladung zur Entschleunigung. Fotos: Meritxell Arjalaguer
Idoia Ruiz Orrio und ihrem Partner Marco De Pietro war schnell klar, dass sie dem Bau neues Leben einhauchen und die Geschichte des Hauses sichtbar lassen wollten.

Auf Spurensuche

Dass die facettenreichen und authentischen Spuren der Zeit im Rahmen der notwendigen Sanierung bewahrt werden musste, waren sich die beiden sofort einig. Denn im Laufe der Jahrhunderte hat der toskanische Palazzo nicht nur seine Besitzer und Bestimmungen geändert – vom Herstellungsort pharmazeutischer Formeln um 1800 bis zum Wohnhaus einer Bankiersfamilie –, sondern mit jeder Epoche auch einen architektonischen und ästhetischen Wandel erfahren. Und so wurden nach und nach alle noch vorhandenen Spuren der Vergangenheit sichtbar gemacht und der historische Bestandsbau zu neuem Leben erweckt. Neben dem altem Gebälk, originalen Türen, Badarmaturen und Terrakotta-Böden sind es vor allem auch die kunstvollen zum Teil noch erhaltenen Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert, die nunmehr freigelegt, den Zimmern ihren besonderen Charakter verleihen. Die Graniglia-Böden aus den 1930er Jahren, bekannt als venezianischer Terrazzo, wurden von Steinzeug-Schichten befreit und neu poliert. Dank seiner Dauerhaftigkeit und Abriebfestigkeit fand Graniglia Einzug in viele Bodengestaltungen und erlebte im 19. Jahrhundert seine Hochblüte und fand so auch im Palazzo in Montisi Anwendung. Wo die Wiederherstellung der Terrazzo-Böden hier aber nicht mehr möglich war, wurde warmes Eichenparkett verlegt.

Idoia Ruiz Orrio und ihrem Partner Marco De Pietro haben dem Bau neues Leben eingehaucht und dabei die Geschichte des Hauses sichtbar gelassen. Foto: Meritxell Arjalaguer

Spannende Symbiose

Idoia Ruiz Orrio und ihr italienischer Partner Marco De Pietro beschlossen auch, die Räumlichkeiten im Ferienhaus Umberto 121 an Gäste zu vermieten. Der Bau verfügt über fünf helle Doppelzimmer auf zwei Etagen, mit jeweils eigenem Bad und berauschendem Blick über die toskanischen Dächer und Hügel. Außerdem gibt es stilvolle Gemeinschaftsräume, die abwechslungsreiche Möglichkeiten zum Entspannen anbieten: vom Wohnzimmer, dem Arbeitszimmer mit Kamin oder der Bibliothek über die gemeinschaftlich zu nutzende Küche und ein Esszimmer bis zum Garten. Es wurde dabei auch Wert darauf gelegt, dass jedes Zimmer seine ganz eigene Identität und Geschichte erzählt. Die Besitzer begaben sich dafür auf die Suche nach passenden Einrichtungsgegenständen, die schließlich eine spannende Symbiose mit dem ebenfalls präsenten zeitgenössischen Design eingehen. So stehen nun Stücke von Le Corbusier oder Eileen Gray vor den üppigen Fresken des Novecento und beleben den gestalterischen und inspirierenden Dialog der historischen wie zeitgenössischen Möbelstücke.

Zu mieten ist das Ferienhaus Umberto 121 über www.urlaubsarchitektur.de

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